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Liebe wurde zum tödlichen Verhängnis

mlzGiftkuchen-Prozess

Falsche Liebe und versteckte Geldgier? Im Giftkuchen-Prozess am Schwurgericht Münster sind zwei der drei angeklagten Dorstener am Freitag unter Druck geraten.

Dorsten/Münster

, 11.01.2019 / Lesedauer: 3 min

Acht Monate ist es inzwischen her, dass in Ramsdorf ein ehemaliger Koch in seiner Wohnung durch Methadon getötet wurde. Das Gift war in einem Kuchen versteckt. Die Hauptverdächtigen sind seine ehemalige Freundin und der neue Freund seiner Vermieterin, einer offenbar ziemlich vermögenden Witwe, der das Haus gehörte und die ebenfalls dort wohnte.

Die 74-Jährige war nach dem Tod ihres Mannes immer wieder nach Teneriffa geflogen, zusammen mit einer Bekannten, die ihr im Haushalt half und mit ihrem Hund Gassi ging. „Sie wollte, dass ich sie begleitete", sagte die 55-Jährige den Richtern bei ihrer Zeugenvernehmung am Freitag. „Weil sie nicht mehr so gut zu Fuß war."

„Du musst Dir keine Sorgen mehr machen"

Ende 2017 habe die Witwe dann den rund 20 Jahre jüngeren Angeklagten aus Dorsten kennengelernt. Und sich in ihn verliebt. „Ich habe gehört, wie sie ihm schon nach zwei oder drei Tagen gesagt hat, dass er sich keine Sorgen mehr machen müsse, wenn er eine Beziehung mit ihr eingehen würde", so die Zeugin. „Du kannst alles von mir haben. Masse ist genug da." Das sollen die Worte der 74-Jährigen gewesen sein.

Trotz erster Streitigkeiten (fast immer soll es um Geld gegangen sein) ist sich das ungleiche Paar immer näher gekommen: Er - vorbestraft und angeblich drogenabhängig; sie - reich und noch einmal frisch verliebt. Es dauerte dann auch nicht lange, bis der 53-jährige Dorstener erstmals in ihrem Haus in Ramsdorf aufgetaucht ist.

In dieser Zeit lernte er dann auch die Freundin des später getöteten Kochs kennen, der im Keller des Ramsdorfer Hauses wohnte und der Witwe bei Einkäufen als Fahrer zur Verfügung stand. Was dann passierte, hat sowohl die Witwe als auch den Koch schwer getroffen. Die beiden - nun angeklagten Dorstener - wurden offenbar ein Paar.

Plötzlich wurden Geldforderungen gestellt

Danach sei die Stimmung endgültig gekippt. Denn jetzt sollen auch Geldforderungen gestellt worden sein. Der Koch sollte die Drogenschulden der Angeklagten übernehmen. Angeblich ging es um 1000 Euro. Doch der 56-Jährige, sonst immer die Gutmütigkeit in Person, weigerte sich. Er soll seine Ex-Freundin zwar ständig zum Essen ausgeführt und ihr auch eine neue Einrichtung für ihre Dorstener Wohnung spendiert haben, doch für Drogen wollte er kein Geld ausgeben. Wenige Wochen später war er tot.

Die Täter hatten ihm einen Kuchen „spendiert", der mit Methadon vergiftet war. Das hat er nicht überlebt. Herzinfarkt. Außerdem wurde das Haus der Witwe durchsucht. Sie selbst war mit ihrer Haushaltshilfe gerade mal wieder auf Teneriffa. Was anschließende fehlte: das Auto des Kochs, Bankkarten, eine teure Handtasche, ein goldener Ring.

Die 48-Jährige und der 53-Jährige wurden später auf Gran Canaria festgenommen. Ein weiterer Mann, der ebenfalls bei der Tat dabei gewesen sein soll, war schon zuvor in Dorsten gefasst worden. Vor allem der 53-Jährige scheint den Prozess allerdings eher gelassen zu nehmen. Am Freitag fläzte er sich regelrecht in seinen Stuhl, kaute die ganze Zeit Kaugummi.

Der Prozess wird fortgesetzt. Die Anklage lautet auf Mord.

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