Limburger Vorgänge verunsichern aktive Christen in Dorsten

Pfarrer Franke hört viele kritische Stimmen

Ulrich Franke, St.-Agatha-Pfarrer, der auch das Dekanat Dorsten leitet, kehrte Dienstagnachmittag von einem Termin beim Bischof aus Münster zurück. Eigentlich sollte es dort um ganz andere Themen gehen, aber die Vorgänge in Limburg kamen natürlich auch zur Sprache.

Dorsten

von Von Klaus-Dieter Krause

, 15.10.2013, 21:57 Uhr / Lesedauer: 1 min
Pfarrer Ulrich Franke.

Pfarrer Ulrich Franke.

Ärger und Enttäuschung Dagegen spüre er aus den Reaktionen von Gottesdienstbesuchern und vor allem von Leuten, die seit langem ehrenamtlich tätig sind, welchen Ärger und welche Enttäuschung das Limburger Geschehen ausgelöst habe. Franke: "Vor allem wirkt belastend, dass dies binnen relativ kurzer Zeit der zweite Fall ist." Beim Missbrauchs-Skandal sei es um Sexualität und Macht gegangen, diesmal stünden Geld und Macht im Brennpunkt der Kritik.

Ob es bei uns deshalb bereits Kirchenaustritte gab, kann ich noch nicht sagen", erklärte Franke, "sie werden zentral erfasst und vor Ort erst mit Zeitverzögerung bekannt."

Ärger und Enttäuschung Dagegen spüre er aus den Reaktionen von Gottesdienstbesuchern und vor allem von Leuten, die seit langem ehrenamtlich tätig sind, welchen Ärger und welche Enttäuschung das Limburger Geschehen ausgelöst habe. Franke: "Vor allem wirkt belastend, dass dies binnen relativ kurzer Zeit der zweite Fall ist." Beim Missbrauchs-Skandal sei es um Sexualität und Macht gegangen, diesmal stünden Geld und Macht im Brennpunkt der Kritik.

"Es ist mir und anderen schleierhaft, wie diese verrückten Dinge in Limburg überhaupt möglich waren", so Franke. "Es gab genug Leute um Tebartz van Elst herum, die ihn hätten bremsen können. Überhaupt war er wohl ein Mann der einsamen Entscheidungen, da hat mit der Kommunikation etwas entschieden nicht gestimmt."

Pfarrer Franke legt Wert darauf, dass so etwas im Bistum Münster undenkbar wäre: "Münster und Essen stellen ihren Haushalt seit Jahren zur Einsicht ins Internet. Auch das sogenannte "Stuhlvermögen", also der Bischofs-Haushalt, wird vom Kirchensteuer-Rat geprüft."

Prüfung ist Pflicht!

Auch mit dem Vermögen einer Kirchengemeinde könne hier niemand nach persönlichem Gutdünken verfahren. Franke: "Der Gemeinde-Haushalt wird vom demokratisch gewählten Kirchenvorstand geprüft und verabschiedet." Zwar habe es früher auch für bestimmte Zwecke Nebenkassen gegeben, aber das Bistum Münster sei sehr bedacht darauf, dass solche Kassen benannt und offen gelegt würden. Gerade, weil Papst Franziskus einen völlig anderen Stil pflege als der Limburger Bischof, sei es nun für Repräsentanten der katholischen Kirche eine Herausforderung, den Umgang mit Geld zu überdenken und durch das eigene Vorbild Vertrauen zurückzugewinnen.

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