Lippe-Brücke: Neubau für 15 Mio. Euro und zwei Jahre Vollsperrung

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Die Lippebrücke der Kreisstraße zwischen Dorsten und Marl ist marode. Bald soll die neu gebaut werden. Auf die Verkehrsteilnehmer kommt dann eine zweijährige Vollsperrung zu.

Dorsten

, 25.06.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die marode Lippebrücke an der Buerer Straße (K 32) in Dorsten wird durch einen Neubau an gleicher Stelle ersetzt – der Kreistag hat in seiner vergangenen Sitzung einstimmig grünes Licht für die Planungen der Kreisverwaltung gegeben.

Die Lippebrücke hat für den Verkehr zwischen Dorsten, Marl und Haltern am See eine große Bedeutung.

Die Kreisverwaltung will durch den Neubau der Brücke den ÖPNV weiter fördern und den Radverkehr über die Lippe attraktiver machen. Die benachbarte Kanalbrücke der K 32 (Buerer Straße) zwischen Marler Straße (B 225) und Dorf Hervest war in den Jahren 2016/2017 bereits erneuert worden vor. Die Lippebrücke kann derzeit nur einspurig befahren werden, eine Ampel regelt den Begegnungsverkehr.

Bus muss 2,7 Kilometer Umweg fahren

Als Bau-Kosten werden 15 Mio. Euro für den Brückenneubau inklusive eines neuen Radwegs angesetzt. Für die Dauer der Bauarbeiten wird die nahezu parallele Linienführung der Landestraße L608 den Individualverkehr aufnehmen können. Die aktuell im Stundentakt fahrende Buslinie 227 wird wie im Falle der Kanalbrückensanierung rund 2,7 Kilometer Umweg fahren.

Die Buerer Straße ist eine Hauptverbindung für Pendler aus dem Norden des Kreises Recklinghausen, die zum Chemiepark Marl fahren. Auch führt die Straße mitten durch das Industriegebiet Dorsten/Marl. Das Bauwerk ist im Jahre 1926 als Stahlbaubrücke aus Stahlbeton hergestellt worden - und inzwischen schwer in die Jahre gekommen.

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Im 1945 wurde die Brücke an mehreren Stellen durch Sprengungen beschädigt. Der Brückenüberbau stürzte in direkter Folge davon in die Lippe. Im Jahre 1947 wurde der Überbau geborgen und die entstandenen Schäden repariert. Die Brücke überspannt die Lippe in einer Breite von rund 120 Meter.

In 2018 wurde das Bauwerk einer Hauptprüfung unterzogen, wie mehr als 50 andere Brücken im Eigentum des Kreises auch. Das Bauwerk wurde mit der Zustandsnote 4,0 bewertet. Die Schadensanalyse dieser Prüfung zeigte erhebliche Korrosionsschäden der Stahlkonstruktion.

Sanierung abgelehnt

Eine Analyse der Schäden kam laut Kreis zu dem Ergebnis, das eine Sanierung der aufgezeigten Schäden einem Neubau gleichkommen würde. Alle angefragten Unternehmen hätten eine Sanierung der Brücke abgelehnt beziehungsweise eine Gewährleistung auf Sanierungsleistungen ausgeschlossen.

Die Lppebrücke kann nur einspurig befahren werden.

Die Lppebrücke kann nur einspurig befahren werden. © Guido Blurdau

Als Varianten wurden auch geprüft, die Brücke ersatzlos zu streichen oder aber lediglich als Fußgänger- und Radwegebrücke wieder aufzubauen. „Hinsichtlich der Verkehrsbedeutung ist die Nutzung für den ÖPNV (Buslinie 227), die

Andienung landwirtschaftlicher Flächen zwischen Lippe und Kanal sowie die

Sicherstellung von Feuerwehr und Rettungsfahrten hervorzuheben. Zudem wird die Strecke intensiv durch den Radverkehr genutzt“, heißt es in der Begründung, warum eine neue Brücke gebaut wird.

Nicht fertig vor 2025

Das Projekt dürfte nach den Richtlinien zur Förderung des kommunalen Straßenbaus förderfähig sein, heißt es. Die Förderquote für den Kreis Recklinghausen liegt bei mindestens 70 Prozent. Als Zeithorizont werden drei Jahre Planungsvorlauf sowie zwei Jahre Bauzeit kalkuliert. Vor 2025 wird die neue Brücke also nicht freigegeben werden können.

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Bis zum Beginn der Maßnahmen wird versucht, das

bestehende Bauwerk für den Verkehr, sei es auch in beschränkter Weise, aufrecht

zu erhalten. „Die Aufhebung der Passage über die Lippe aufgrund weiter voranschreitender Schäden, sollte hierbei letztes Mittel sein, kann aber nicht gänzlich ausgeschlossen werden.“

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