Lippeverband mähte Wildblumenwiese ab - Naturschützerin ärgert sich

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Naturschützerin Annegret Vokuhl ärgert sich über den Lippeverband, der eine Wildblumenwiese am Lippedeich abmähte. Doch für sein Vorgehen hatte der Lippeverband einen Grund.

Holsterhausen

, 11.06.2020, 13:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Annegret Vokuhl traute ihren Augen kaum. Als die engagierte Naturschützerin am Montag am Lippedeich unweit des Hohenkamps spazieren ging, sah sie, wie das Gras mit allen Wildblumen von Mitarbeitern des Lippeverbandes abgemäht wurde. „Und das, noch bevor die Blumen überhaupt eine Chance hatten, richtig aufzublühen und Samen auszubilden.“

Zurückgeblieben sei eine ausgetrocknete und öde Wüstenlandschaft. Die Dorstenerin war sauer über die Aktion, traute sich aber nicht einzuschreiten, wie das kürzlich eine Schermbeckerin getan hatte.

So schön blühte im vergangenen Jahr der Mohn am Lippedeich.

So schön blühte im vergangenen Jahr der Mohn am Lippedeich. © Annegret Vokuhl

Im vergangenen Jahr wurde viel später gemäht

Im vergangenen Jahr hätten Mitarbeiter des Lippeverbandes viel später gemäht, sodass sich die Wildblumen prächtig entwickeln konnten. Annegret Vokuhl, ehemalige Lehrerin am St.-Ursula-Gymnasium und damalige Betreuerin der Umwelt-AG an der Schule, kritisiert das aktuelle Vorgehen des Lippeverbandes, der sich ja unter anderem den Erhalt der Biodiversität, Renaturierung und Umweltschutz auf die Fahnen geschrieben habe.

Annegret Vokuhl fragt: „Warum gibt man der Natur am Lippedeich nicht länger die Chance, sich zu entwickeln?“ In diesem Jahr sei es zu spät, aber die Dorstenerin appelliert an die Vorbildfunktion des Lippeverbandes und hofft, dass die Mähaktion 2021 einige Wochen später als in diesem Jahr durchgeführt werden könnte.

Lippeverband erklärt die Mähaktion

Ob dem Wunsch von Annegret Vokuhl entsprochen werden kann, kann Anne-Kathrin Lappe, Pressesprecherin des Lippeverbandes nicht versprechen. Sie gibt der Dorstenerin aber Recht. Natürlich lege der Lippeverband sehr viel Wert auf Naturschutz und Erhalt der Biodiversität. Der Lippeverband selbst habe in der Nähe der Kläranlage eine eigene Wildblumenwiese angelegt.

Bienenmagnet: Dieses Foto machte Annegret Vokuhl im vergangenen Jahr am Lippedamm.

Bienenmagnet: Dieses Foto machte Annegret Vokuhl im vergangenen Jahr am Lippedamm. © Annegret Vokuhl

Anne-Kathrin Lappe erklärt, warum in diesem Jahr das Gras am Lippedeich so früh gemäht werden musste: „In diesem Jahr war es leider so, dass für Dienstag eine Deichschau anberaumt war. Diese findet einmal im Jahr statt und wird durch die Bezirksregierung Münster festgelegt und durchgeführt. Bei diesen Terminen wird geprüft, ob die Deichanlagen beziehungsweise die Hochwasserschutzanlagen ordnungsgemäß durch uns unterhalten werden.“

Und dazu musste im Vorfeld das Gras abgemäht werden, damit die Prüfer einen ungehinderten Blick auf den Deich haben. Unter anderem kontrollieren die Mitarbeiter der Bezirksregierung bei einer solchen Deichschau, ob sich die Grasnarbe richtig verzahnt oder ob möglicherweise Tiere irgendwo den Deich unterhöhlt haben.

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