Lobbyist engagiert sich für die Ärmsten der Armen

DORSTEN Wenn am 28. März zum Londoner Weltwirtschaftsgipfels in europäischen Großstädten Kundgebungen stattfinden, die die G20-Staaten an ihre Verpflichtungen gegenüber der Dritten Welt erinnern, ist Hartmut Kowsky dabei. "Ob in London oder Berlin, weiß ich aber noch nicht", sagt der Dorstener.

von Von Michael Klein

, 16.03.2009, 18:42 Uhr / Lesedauer: 1 min
Lobbyist engagiert sich für die Ärmsten der Armen

Fordert Schuldenerlasse für arme Länder: Hartmut Kowsky.

Hartmut Kowsky ist Lobbyist. Für die Ärmsten der Armen. Nicht ehrenamtlich, sondern hauptberuflich. Der Agrar-Ökonom arbeitet mit einer halben Stelle für den Verein "erlassjahr.de" mit Sitz in Düsseldorf. Ein Bündnis von fast 1000 entwicklungspolitischen Nichtregierungsorganisationen, das sich seit zehn Jahren für einen Schuldenerlass für die ärmsten Länder der Welt einsetzt. Hervorgegangen aus der Initiative "erlassjahr2000", die beim Kölner G 8-Gipfel mehr als 50 000 Menschen auf die Straße brachte.Zu wenig für die Basis

Weltweit kämpfen Menschen wie Hartmut Kowsky und seine Mitstreiter dafür, dass Schulden in den Entwicklungsländern gestrichen werden. "Mit einigem Erfolg", sagt er. Mehr als 20 Länder haben bereits einen 90-prozentigen Schuldenerlass erhalten. Dennoch äußert der Dorstener Kritik an Weltbank und internationalem Währungsfonds, die das Entschuldungsprojekt "HIPC" ins Leben gerufen haben.

"Denn bei den einfachen Menschen, bei der Basis kommt zu wenig an", erläutert der 53-Jährige. Außerdem seien die bislang erlassenen 117 Milliarden Euro ein Tropfen auf dem heißen Stein - bei Gesamtschulden aller Drittwelt-Länder in Höhe von drei Billionen Dollar.Überzeugungsarbeit leisten

Deswegen leistet Hartmut Kowsky weiter Überzeugungsarbeit. Organisiert Parlamentskampagnen ("viele Politiker sind erst skeptisch, unterschreiben aber dann doch"), erarbeitet Studien, wertet Papiere des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank aus. Gemeinsam mit seinen Mitstreitern in der Düsseldorfer "erlassjahr.de"-Zentrale sorgt er dafür, dass das Thema bei Anhörungen im Bundestag auf der Tagesordnung steht, dass im Internet Netzwerke mit anderen NGOs geschmiedet werden.

Auch in Dorsten hat Hartmut Kowsky Unterstützer gefunden: die Regenbogen-Werkstatt der Künstlerin Gisela Paul, den Eine-Welt-Kreis der Martin-Luther-Kirche, die evangelische Kirchengemeinde Hervest. Gemeinsam veranstalten sie Informationsabende, werden im Mai auch beim Eine-Welt-Tag auf dem Dorstener Marktplatz mit einem Stand präsent sein.  www.erlassjahr.de

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