Viele Schüler lernen in der letzten Woche vor den Ferien auf Distanz. Viele nutzen dafür private Endgeräte. © picture alliance / dpa
Coronavirus

Lockdown: Wenn möglich, schicken Eltern ihre Kinder nicht in die Schule

Schüler der Jahrgangsstufen 1 bis 7 dürfen in der letzten Schulwoche auf Distanz lernen. Ältere Kinder müssen zu Hause bleiben. Schulen in Dorsten gehen unterschiedlich mit der Regelung um.

Die Nachricht am Freitag vom Distanzunterricht für Schüler ab Klasse 8 und freiwilligem Lernen auf Distanz für die jüngeren Jahrgänge kam für Lehrer, Eltern und Schüler recht überraschend. Quasi über das Wochenende sollten Familien entscheiden, ob sie ihre Kinder in der kommenden Woche nicht mehr zur Schule schicken, um eine längere Quarantänezeit vor Weihnachten zu ermöglichen.

Grundschulen werden weiterhin besucht

Ulrike Goliath von der Grünen Schule wirkte am Montagmorgen gelassen. Es sei schließlich abzusehen gewesen, dass solche Maßnahmen kommen, meinte sie in einem Telefongespräch.

„Ungefähr vierzig Prozent der Schüler sind heute zu Hause geblieben“, schätzt die Schulleiterin. „Je jünger die Kinder sind, je eher sind sie weiterhin im Präsenzunterricht.“

An der Agatha-Grundschule sei am Montag gut ein Viertel der Schüler nicht in die Schule gekommen. „Es werden aber mit jedem Tag weniger werden“, nahm Schulleiter Herbert Rentmeister an. Er geht davon aus, dass ein Großteil der berufstätigen Eltern den Jahresurlaub verbraucht hat und deshalb ihre Kinder weiterhin in die Schule schicken.

Da an seiner Schule kein einziger Corona-Fall aufgetreten sei, können Eltern und Schüler beruhigt sein. „Unsere Hygienekonzepte greifen offenbar.“

An der Agatha-Grundschule haben viele Eltern ihre Kinder zu Hause gelassen.
An der Agatha-Grundschule haben viele Eltern ihre Kinder zu Hause gelassen. © www.blossey.eu © www.blossey.eu

Quarantänefälle seien immer über die Arbeitsstelle der Eltern entstanden. „Da saß dann der Vater mit dem infizierten Arbeitskollegen in einem Büro und deshalb ging er in Quarantäne.“ Die Eltern seiner Schüler seien immer „fürsorglich“ gewesen und hätten ihr Kind in solchen Fällen, noch bevor das Gesundheitsamt so weit war, zu Hause gelassen.

Schulen nutzen verschiedene Formen des Distanzunterrichts

Agatha- und Grüne Schule setzen auf unterschiedliche Konzepte im Distanzunterricht. Während die Grüne Schule das digitale Lernen erproben konnte und es jetzt gezielt einsetzt, gehen Rentmeister und sein Kollegium den „analogen Weg“.

„Zum Glück haben wir zwei Kopierer“, meinte der Schulleiter. So konnten die Lehrer am Sonntag die individuellen Lernpakete für die letzte Woche vor den Ferien zusammenstellen. Am Montagnachmittag konnten Eltern diese dann ausgedruckt an der Schule abholen.

Zwar könnte auch die Agatha-Schule auf die Lernsoftware Logineo setzen, aber die Endgeräte seien noch nicht da. Auch die Grüne Schule wartet auf die vom Schulträger bestellten Geräte. Die Schüler, die nun von zu Hause aus lernen, nutzen ein privates Endgerät.

Im Präsenzunterricht seien vor allem die Schüler, wo es beruflich nicht anders möglich sei, und solche, wo das technische Know-How oder die Sprachkenntnisse fehlten.

An den weiterführenden Schulen sind sehr viele Schüler im Distanzunterricht

Die Neue Schule informierte auf ihrer Website über den Stand der Dinge. Am Montag (14.12.) seien die Klassen mit zwei bis elf Kindern besetzt gewesen. Für die Schüler im Distanzunterricht setzen die Lehrer auf eine Mischung aus analogem und digitalem Lernen. Klassenarbeiten, die in dieser Wochen geplant waren, hat die Neue Schule abgesagt.

Die Geschwister-Scholl-Schule wird, wie auf der Website zu entnehmen ist, geplante Klassenarbeiten der Jahrgänge 8 bis 10 in der Schule stattfinden lassen. Der Unterricht wird über Videokonferenzen und Aufgaben, die die Lehrer per Mail stellen, organisiert.

Zum Gymnasium Petrinum kamen am Montag nur etwa 15 Schüler. Die stellvertretende Schulleiterin Vera Merge rechnet damit, dass mit Beginn des harten Lockdowns am Mittwoch noch weniger Schüler in den Präsenzunterricht gehen werden.

„Alle Klassenarbeiten, die problemlos verschoben werden können, werden verschoben“, erklärte sie. Abiturrelevante Klausuren finden hingegen statt.

Über die Autorin
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Geboren und aufgewachsen im Bergischen Land, fürs Studium ins Rheinland gezogen und schließlich das Ruhrgebiet lieben gelernt. Meine ersten journalistischen Schritte ging ich beim Remscheider General-Anzeiger als junge Studentin. Meine Wahlheimat Ruhrgebiet habe ich als freie Mitarbeiterin der WAZ schätzen gelernt. Das Ruhrgebiet erkunde ich am liebsten mit dem Rennrad oder als Reporterin.
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