Luftfilter in Klassenräumen sind nach wie vor eine Seltenheit. © picture alliance/dpa
Meinung

Luftfilter kommen für diesen Winter zu spät – liebe Regierung, kauf warme Decken!

Mitten in den Ferien rückt die Regierung plötzlich Geld für Luftfilter in Klassenräumen raus. Unsere Autorin hält das für Wahlkampfgetöse und die Anschaffung warmer Decken für geboten.

Der nächste Winter kommt bestimmt. Und mit ihm kommen Kinder und Lehrer, die frierend bei sperrangelweit geöffneten Fenstern in gut gelüfteten Klassenzimmern sitzen. Das hatten wir im letzten Winter auch schon. Seitdem wird über Luftfilter gestritten. Ergebnislos.

Und jetzt wird ein neuer Bundestag ausgerechnet dann gewählt, wenn die Ferien zu Ende sind. Da wird rasch auffallen, dass uns immer noch nichts eingefallen ist, um die Kinder wirkungsvoll vor Corona zu schützen. Das bringt keine Wählerstimmen.

200 Millionen Euro für Luftfilter – das weckt Begehrlichkeiten

Da wundert es nicht, dass der Bund sich jetzt plötzlich entschlossen hat, 200 Millionen Euro für Luftfilter zu spendieren. Das weckt Begehrlichkeiten in den Schulgemeinden der ganzen Republik. Politiker fordern, Kommunen prüfen, und wer weiß, ob nicht schon irgendwo die ersten schmutzigen Geschäfte eingefädelt wurden, die später als skandalöse „Luftfilter-Deals“ in die Corona-Geschichte eingehen.

Ich glaube nicht daran, dass es bis zum Beginn des Winters auch nur ein einziger Luftfilter in einen Dorstener, Schermbecker oder Raesfelder Klassenraum schafft. Dazu ist die Beschaffungs- und Beantragungsstrategie viel zu träge und kompliziert. Und weiß man überhaupt, was die Industrie liefern kann?

Ich plädiere für die deutlich kostengünstigere flächendeckende Anschaffung von kuscheligen Decken. Mit Ärmeln. Darin eingekuschelt, können Kinder lernen und Lehrer unterrichten. Auch bei offenem Fenster. Und dann ist Corona hoffentlich Geschichte.

Über die Autorin
Redaktion Dorsten
Geboren und geblieben im Pott, seit 1982 in verschiedenen Redaktionen des Medienhauses Lensing tätig. Interessiert an Menschen und allem, was sie anstellen, denken und sagen.
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Petra Berkenbusch

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