Mann und Frau aus Dorsten begingen kapitale Straftaten - jetzt droht ihnen eine lange Haft

Prozess am Landgericht

Sie waren spezialisiert auf Einbruchsdiebstähle, auf Betrug und räuberische Erpressung. Ein „feines“ Pärchen aus Dorsten muss sich deswegen vor dem Landgericht verantworten.

Dorsten

, 27.08.2019, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Mann und Frau aus Dorsten begingen kapitale Straftaten - jetzt droht ihnen eine lange Haft

Die beiden Dorstener müssen sich vor der XXV. Strafkammer des Essener Landgerichts verantworten. © Martin von Braunschweig

Neun Anklagepunkte listet das Landgericht Essen in einer jüngst veröffentlichten Prozessvorschau für ein Dorstener Paar auf. In wechselnder Beteiligung begingen ein 30-jähriger Mann und seine 32-jährige Freundin aus Dorsten zwischen 2018 und 2019 in Dorsten, Dülmen und Ahaus kapitale Verbrechen. Dafür müssen sich die beiden ab dem 4. September vor der XXV. Strafkammer des Essener Landgerichts verantworten. Ihnen drohen langjährige Haftstrafen für die Straftaten.

Die Staatsanwaltschaft hat eine Reihe schwerwiegender Tatvorwürfe gegen das Paar zusammengetragen: zum Beispiel gemeinschaftlich begangene Einbruchsdiebstähle in zwei Fällen und ein Raub. Die Anklagevertretung wirft dem Mann zudem zwei Einbruchsdiebstähle sowie Körperverletzung und Bedrohung vor. Der Frau wird Betrug in zwei Fällen und ein versuchter Betrug zur Last gelegt.

Die Serie nahm mit Einbruchsdiebstählen ihren Lauf

Zunächst verübte das Pärchen nach der Chronologie der Staatsanwaltschaft Einbruchsdiebstähle. Am 15. März 2018 drang der 30-Jährige mit einem anderen Mittäter in eine Wohnung am Ostwall ein. Dort erbeutete das Duo 600 Euro und Elektrogeräte.

Der 30-Jährige und seine 32-jährige Begleiterin brachen am 23. April gemeinsam in eine Spielhalle an der Borkener Straße in Holsterhausen ein und stahlen 2900 Euro aus Automaten.

Erneut machte sich das Paar am 25. April 2018 auf den Weg, diesmal zu einer Billardhalle an der Halterner Straße. Hier fielen dem Paar 1000 Euro in die Hände.

Am 6. Juni 2018 machte sich der 30-Jährige mit einem weiteren Komplizen auf Diebeszug: Er stieg in ein Bürogebäude an der Bochumer Straße ein. Dort versuchten sie, einen Tresor zu stehlen. Das gelang aber nicht.

Ab 2019 wurde der Polizeitrick bei alten Menschen angewandt

Am 8. Januar 2019 versuchte die 32-jährige Dorstenerin einen neuen, aber perfiden Trick: Sie suchte eine 82-Jährige in Wulfen heim, nachdem ein unbekannter Täter sich der alten Dame gegenüber am Telefon als „Polizeibeamter Petersen“ ausgegeben hatte. Die 32-Jährige traf gegen 23 Uhr bei der Wulfenerin ein und gab sich dort als Kollegin von „Polizist Petersen“ aus. Das Opfer verlangte aber einen Dienstausweis zu sehen. Daraufhin machte sich die 32-Jährige aus dem Staub.

Nur eine Woche später, am 15. Januar 2019, gegen 3 Uhr, überfielen der 30-Jährige und seine Komplizin die alte Frau in ihrem Haus und bedrohten sie mit einem Messer. Bei der räuberischen Erpressung erbeuteten sie Schmuck und Bargeld.

Wieder mit dem Polizeitrick erbeutete die 32-Jährige mit einem anderen Gauner am 8. Februar 2019 8000 Euro bei einem 89-Jährigen in Dülmen.

Rivalen Haare ausgerissen und mit Fäusten bearbeitet

Auf den Geschmack gekommen, machte sich die Frau nach Anwendung des Polizeitricks mit einem weiteren Mittäter am 15. Februar 2019 auf den Weg zu einem 84-Jährigen in Ahaus. Schmuck im Wert von 30.000 Euro fiel den beiden bei diesem Besuch in die Hände.

Am 9. März 2019 soll sich der 30-jährige Angeklagte zudem einer Körperverletzung schuldig gemacht haben, als er einen Bekannten mit seinen Fäusten traktierte und ihm ein Büschel Haare ausriss. Grund für die Handgreiflichkeiten: Das Opfer hatte ihm gesagt, er habe ein Verhältnis mit seiner Freundin.

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