Markthändler Karl-Heinz Bökamp hört auf

Letzter Verkaufstag

Ein Urgestein des Wulfener Wochenmarktes hatte am Freitag (30.12.) nach 25 Jahren seinen letzten Verkaufstag: Metzger Karl-Heinz Bökamp geht in den Ruhestand - zum großen Bedauern seiner vielen Stammkunden.

Wulfen-Barkenberger

, 30.12.2016, 12:05 Uhr / Lesedauer: 2 min
Christel Mühlbäck (l.) gehört zu den treuen Kundinnen von Karl-Heinz Bökamp, der gestern zusammen mit seiner Frau Monika (M.) und seiner Angestellten Waltraud Noll Abschied von den Barkenberger Kunden nahm. Am 30.12. beendete Bökamp damit sein Arbeitsleben als Metzgermeister.

Christel Mühlbäck (l.) gehört zu den treuen Kundinnen von Karl-Heinz Bökamp, der gestern zusammen mit seiner Frau Monika (M.) und seiner Angestellten Waltraud Noll Abschied von den Barkenberger Kunden nahm. Am 30.12. beendete Bökamp damit sein Arbeitsleben als Metzgermeister.

"Mir war heute Morgen nicht wohl zumute, als ich meine Tasse Tee trank": Wehmütig und auch ein wenig traurig verabschiedeten sich der gebürtige "Castroper Junge", Karl-Heinz Bökamp, und seine Frau Monika am Freitag an ihrem letzen Arbeitstag in ihrem Berufsleben von ihrer treuen Kundschaft.

Allerbeste Wünsche

"Ich kenne die Menschen hier gut", sagte Bökamp. Er zählt auf: "Die junge Generation ist jetzt in die Jahre gekommen, die Kinder sind erwachsen und nun sehe ich schon die Enkelkinder an unserem Wagen." Zusammen mit seiner Frau Monika nahm Bökamp am Freitag deshalb nicht nur die allerbesten Wünsche für seinen zukünftigen Lebensweg entgegen, sondern auch Geschenke und Blumensträuße.

"Erst letzte Woche habe ich über WhatsApp von einer Barkenberger Kundin ein Foto bekommen. Sie hat ihren letzten hausgemachten Leberkäse von mir abgelichtet und geschrieben, dass sie die gute Qualität vermissen wird", so Bökamp. Die große Anteilnahme an seinem Rückzug in den wohlverdienten Ruhestand überwältigt den Metzgermeister geradezu.

Gerne gearbeitet

"Ich habe sehr gerne als Metzger gearbeitet. Das ist mir in Fleisch und Blut übergegangen", sagte der 66-Jährige an seinem letzten Arbeitstag. Aber irgendwann müsse ja einmal Schluss sein, zumal der Körper nach den Jahrzehnten harter Arbeit seinen Tribut fordere. Ehefrau Monika hat ihrem Karl-Heinz jedenfalls gut zugeredet, alle Fünfe gerade sein zu lassen und den neuen Lebensabschnitt zu genießen. "Wir haben vier Kinder, zwei leben in Australien, zwei weitere in Eltville am Rhein. Die Zeit zum Reisen können wir nun nach unseren Vorstellungen ausdehnen", freute sich der Neu-Rentner.

Obwohl: "Die Begegnungen und Gespräche mit unserer Kundschaft werden wir entbehren." Tränen stiegen dem 66-Jährigen in die Augen, als ein Barkenberger Ehepaar wortlos einen Blumenstrauß übergab und seine Rührung bei den letzten persönlichen Worten an Monika und Karl-Heinz Bökamp nicht verbergen konnte. Die Barkenberger, das zeigte sich am Freitag, werden ihn ebenfalls vermissen. Ob es einen Nachfolger gibt? "Bis jetzt noch nicht", sagte Bökamp.

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