Marode Brummis müssen raus

Verkehrskontrolle am Freudenberg

Der Lastwagen ist vom Einsatzort der Verkehrsinspekteure noch knapp 500 Meter entfernt, doch Detlef Pfleiderer braucht nur wenige Sekunden, um zu wissen: "An diesem LKW, da stimmt was nicht." Einen kurzen Blick wirft er seinem Kollegen zu - dann winkt er das verdächtige Fahrzeug an den Rand.

DORSTEN

von Von Thomas Terhorst

, 23.03.2011, 17:45 Uhr / Lesedauer: 1 min

Pfleiderer ist Verkehrsinspekteur. Zusammen mit 21 Kollegen des Verkehrsdienstes (VKD) ist er zuständig für die Überwachung des Sonderverkehrs. Kleintransporte, Gefahrguttransporte, aber auch Reisebusse gehören zu den Untersuchungsobjekten des Einsatzteams 11.

In dieser Woche standen die Beamten an der B 58, Ausfahrt Freudenberg. Den Lastkraftwagen, den sie soeben rausgezogen haben, überprüfen die zwei Kommissare auf die unterschiedlichsten Gefahrenpunkte. "Biegen sich die Blattfedern durch oder weisen die Reifen Ausbuchtungen auf, sind dies klare Indizien für eine Überladung", erzählt Pfleiderer. Aber auch die Ladungssicherung sowie die Rast- und Fahrtzeit stehen auf der Checkliste. 

In diesem Fall können die Beamten keine Auffälligkeiten finden, doch zur absoluten Sicherheit soll das Fahrzeug noch gewogen werden. Den LKW im Schlepptau, machen sich Pfleiderer und Wagner mit dem Polizeiwagen zur nicht weit entfernten Auto-Waage. "Unser Ziel ist natürlich die Erhöhung der Verkehrssicherheit," sagt der Hauptkommissar, "aber noch viel wichtiger ist uns die Harmonisierung des Transport-Wettbewerbes." Durch die schwarzen Schafe, die ihre Fahrer zwingen, die Rast-Phasen nicht einzuhalten, weil sie Kosten sparen wollen, würden sich andere Unternehmer gezwungen fühlen mitzuziehen." 2010 kam es aus diesen und weiteren Gründen zu 616 LKW- und Kleintransporterunfällen im Kreisgebiet. In Dorsten waren es 64. Einer davon endete tödlich.

Auf die Waage An der Waage angekommen, lenkt der Lastkraftwagenfahrer den LKW auf die Wiege-Rampe. 14,3 Tonnen erscheint auf der digitalen Anzeige. "Auch das ist noch im grünen Bereich", sagt der Kommissar. "Normalerweise weist jedes dritte Fahrzeug Mängel auf."  

  • Die LKW-Kontrolle auf der B58 führte zu einer erschreckend hohen Beanstandungszahl. Von 23 kontrollierten LKW hatten elf Mängel. Davon erstattete die Polizei zwei Strafanzeigen. Hierbei handelte es sich um das Fahren ohne Fahrerlaubnis sowie das Anordnen oder Zulassen des Fahrens ohne Fahrerlaubnis durch den Halter. Zudem registrierte die Polizei 15 Verstöße gegen die vorgesehenen Lenk- und Ruhezeiten. Verwarngelder wurden drei ausgesprochen. Mängelkarten gab es eine. 
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