Maßnahmenbündel soll Kinderarmut lindern

Interview mit Gerhard Baumeister

Die Stadt plagen viele Sorgen. Eine der bedrückendsten ist die Kinderarmut. Der Erste Beigeordnete Gerhard Baumeister beantwortete dazu Fragen von Klaus-Dieter Krause.

DORSTEN

von Von Klaus-Dieter Krause

, 19.04.2011, 15:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Trotz der Nothaushalts-Situation und entsprechend eingeschränkter Mittel hat die Stadt Dorsten ein Bündel von Maßnahmen ergriffen, um den Folgen der Kinderarmut entgegen zu wirken. Einige Beispiele: › Einrichtung des Familienbüros im Jahre 2008. › Weiterentwicklung des Sozialraumkonzeptes (Installierung der Mobilen Jugendhilfe in den vier sozial auffälligen Stadtteilen). › Kinderschutzkonzept mit präventiven Hausbesuchen durch das Familienbüro nach der Geburt. › Offensiver Ausbau der Betreuungsangebote für U3-Kinder sowohl in Kindertagesstätten als auch in der -Tagespflege (Ausbau-Stand heute: Für 30 % der unter Dreijährigen gibt es Betreuungsplätze. › Personal-Aufstockung in der Schuldnerberatung › Kommunale Beteiligung am Projekt „Kein Kind ohne Mahlzeit“ mit 25 Cent pro Mahlzeit. › Einrichtung von sieben Familienzentren und     Ausbau der Ganztagsbetreuung an den Dorstener Schulen › Staffelung der Elternbeiträge in den Kindertagesstätten und den Offenen Ganztagsgrundschulen; dabei Freistellung von Beiträgen bei Einkommen bis zu 17.500 €. Das sind in den Kindertagesstätten 30 % der Kinder und in den Offenen Ganztagsgrundschulen sogar 50 %.

Hoffnung im Kampf gegen Kinderarmut macht die Bereitschaft in der Bürgerschaft, durch ehrenamtliches Engagement und Spenden Initiativen und Projekte zu unterstützen, die der Kinderarmut entgegenwirken. Sehr erfreulich ist ebenfalls die Änderung im SGB II, mit der das Bildungs- und Teilhabepaket eingeführt wurde. Sorgen bereitet im hohen Maße, dass wir immer wieder beobachten, dass Bildungsferne und Kinderarmut sehr häufig von Generation zu Generation weitergegeben wird. Das heißt, dass der soziale Aufstieg von bildungsfernen Schichten zu selten gelingt. Hier greift unser bisheriges Instrumentarium zur Vermeidung von Kinderarmut offensichtlich nicht oder zu wenig. Wir müssen zusätzliche, wahrscheinlich aber auch kostenintensive Instrumente entwickeln.

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