Neues Matthäusheim in Wulfen: KFD St. Matthäus positioniert sich bei Standort-Frage

mlzMatthäusheim Wulfen

Wohin mit dem neuen Matthäusheim? Der Kirchenvorstand scheint den Standort am Kirchplatz zu favorisieren. Die KFD St. Matthäus ist da anderer Meinung.

Wulfen

, 23.01.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Frage nach dem Standort des neuen Matthäusheims wird in Wulfen weiter heiß diskutiert. Bei einer Bürgerveranstaltung in der vergangenen Woche kamen viele Gäste, um sich über den Stand der Planungen zu informieren (DZ+). Im Rennen sind demnach noch der Standort „Pfarrhaus“ am Burgring sowie der Standort „Kirchplatz“ direkt neben der Matthäuskirche. Das alte Matthäusheim an der Dülmener Straße wird abgerissen.

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Nun hat sich die KFD St. Matthäus Wulfen zu Wort gemeldet, die nach eigenen Angaben größte kirchliche Gruppierung vor Ort mit rund 260 Mitgliedern: „Wie sich in der Versammlung deutlich abzeichnete, ist der Kirchenvorstand für den Standort Kirchplatz und die anwesenden Bürger wohl mehrheitlich für den Standort Pfarrhaus, um den Kirchplatz zu erhalten“, teilten Christa Goebel, Anita Schmidt, Gudrun Beiring und Elke Maag von der KFD in einem Schreiben an die Redaktion mit. Die Gruppe spricht sich für den Standort am Pfarrhaus aus.

Neues Matthäusheim in Wulfen: KFD St. Matthäus positioniert sich bei Standort-Frage

Gegenüberstellung der beiden möglichen Standorte für ein neues Matthäusheim © Grafik: Risthaus / Badura

Um die Kirche herum sei es schon eng genug, argumentieren die KFD-Mitglieder, weil Ost- und Nordseite kaum Möglichkeiten böten. Die Nordseite käme zwar für Parkplätze infrage. Letztlich verblieben dann aber nur die Süd- und die Westseite mit dem Hauptportal - „und diese sollten unangetastet bleiben“.

„Große Fehlentscheidung“ im Jahr 2018

2018 wurde laut den KFD-Mitgliedern „eine große Fehlentscheidung getroffen“. Dem Kirchenvorstand sei damals das einzige Fremdgrundstück auf dem Kirchplatz angeboten worden. „Ein idealer Platz, um ein neues Pfarrheim zu bauen.“ Aus Kostengründen entschied der Kirchenvorstand sich damals gegen diese Variante. Jetzt droht laut KFD die zweite Fehlentscheidung, „wenn tatsächlich der Kirchplatz für die Bebauung herhalten soll, auch wieder aus Kostengründen.“

Hintergrund ist die Ankündigung des Bistums, eine Sanierung des gesamten Bereichs um die Matthäuskirche zu bezuschussen, wenn dort das neue Matthäusheim gebaut würde. Dieser „Verlockung“ sollte der Kirchenvorstand nach Meinung der KFD St. Matthäus widerstehen.

Stattdessen stelle sich die Frage, was mit dem Grundstück des jetzigen Matthäusheims an der Dülmener Straße passiert: „Das ist ein großes Areal, das sicher vermarktet wird. Das würde doch Geld in die Kasse bringen.“ Das wiederum könne dann für die Sanierung und Pflege des Kirchplatzes genutzt werden.

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Für den Standort Pfarrhaus sprechen laut der Frauengemeinschaft mehrere Gründe: Das dort geplante Gebäude hätte einen zusätzlichen Gruppenraum und auch der Pfarrgarten könnte im Sommer genutzt werden. Die Nähe zur Kirche sei gegeben, auch wenn es zum Pfarrhaus „zehn Schritte mehr“ sein könnten. Und den auf der Bürgerversammlung angesprochen Verkehr gebe es eigentlich gar nicht: „Denn es sind nur die Anwohner und die Kirchgänger, die in diese Ecke fahren. Durch die B 58 ist dieses Kirchplatzgebiet abgeschottet.“

„Kirchenvorstand sollte nicht einem Sparzwang verfallen“

Ein Punkt liegt dem KFD-Team bei diesem Thema besonders am Herzen: „Für die Entscheidung des Standortes sollte der Kirchenvorstand St. Matthäus nicht zu weit in die Zukunft schauen, auch nicht einem Sparzwang verfallen.“

Die Kirche, „das Volk Gottes“, solle nicht zum Wirtschaftsunternehmen werden, denn „das könnte auch noch die letzten treuen Pfarrmitglieder vergraulen. Der Tenor könnte sein, dass nach statistischen Hochrechnungen in 50 Jahren weder Geld noch Gebäude gebraucht werden. Wer weiß schon, wie es dann aussieht in unserer Kirche“, schreiben die Wulfener KFD-Mitglieder.

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