Matthias Stienen und Svenja Stefanidou liefern kreative Einrichtungsideen

Raumanzug

"Monty", eine bunte Mischung aus Chihuahua und Australian Shepherd, ist das Maskottchen der beiden Innenarchitekten, die seit zweieinhalb Jahren in den Räumen des "Raumanzugs" an der Lippestraße - gegenüber dem inzwischen baufälligen Lippetor-Center - arbeiten.

von Von INgo Reich

, 02.05.2013, 17:32 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Gut, dass wir in dieser Lage nicht auf Laufkundschaft angewiesen sind“, sagt Matthias Stienen, der in Ergänzung zur Inneneinrichtung in Kirchhellen eine Schreinerei betreibt. Raumanzug bietet Inneneinrichtungen vom Konzept bis zum Einbau aus einer Hand, erläutert der 32-Jährige. Für eine intensive Beratung ist eine Terminvereinbarung notwendig. „Dafür reichen die zwei Parkplätze, die uns hier vor der Tür zur Verfügung stehen, derzeit noch aus“, sagt der gelernte Handwerker. Der inzwischen gewachsene Kundenstamm rekrutiert sich aus Geschäftsleuten, Ärzten, Steuerberatern oder Privatkunden, die aus dem Ruhrgebiet und dem Rheinland kommen. „Die Schreinerei in Kirchhellen bietet die solide Basis für unsere Aktivitäten“, betont Stienen. „Das Wichtigste ist ein schlüssiges Gesamtkonzept, das wir gemeinsam mit dem Kunden erarbeiten“, berichtet Svenja Stefanidou. Die Innenarchitektin lernte Matthias Stienen während ihres Studiums an der Düsseldorfer Fachhochschule kennen. Von der Idee, ein perfekt auf die Bewohner oder die Architektur abgestimmtes Ambiente zu schaffen, war die gelernte Grafik-Designerin von Anfang an begeistert.

Privat sind die beiden allerdings kein Paar. „Das wäre eher hinderlich“, sagt die 37-Jährige, die, genauso wie ihr Geschäftspartner, nicht nur mit großem Fachwissen, sondern auch viel Herzblut bei der Sache ist. Svenja Stefanidou, die jeden Tag von Düsseldorf nach Dorsten pendelt, verwirklichte erst kürzlich ein ganz neues Konzept zur Gestaltung einer Frauenarztpraxis. „Ein schönes Parkett mit warmen Holztönen und großflächige Bilder mit Pflanzenmotiven schaffen an diesem Ort, an dem man sonst häufig nervös herumsitzt, eine Atmosphäre zum Wohlfühlen“, schwärmt die Innenarchitektin. Aber auch ein „nüchterner“ Stil ist manches Mal gefragt.

So gestaltete das Team von „Raumanzug“ beispielsweise einen Teil des Eingangsbereichs des Marienhospitals in Bottrop und stattete ihn mit Mobiliar aus. Eine größere Hausforderung wiederum war die Inneneinrichtung des Radgeschäftes „Punta Velo“ am Platz der Deutschen Einheit. „Hier unterstreicht das zurückhaltende weiße Mobiliar die Hochwertigkeit der angebotenen Produkte“, beschreibt Stienen seine Lösung für dieses Objekt. Vielen Privatkunden gefallen weiterhin geradlinige Konzepte, ergänzt beispielsweise mit ausgesuchten Möbeln aus dem Haus „Interlübke“ oder „Cor“, die zum Teil auch in der Ausstellung zu finden sind.

So entstehen Werte, die eine Lebensdauer von durchaus zwanzig Jahren haben sollen. Auffälliges italienisches Möbeldesign findet hingegen hierzulande immer noch wenige Freunde. „Jeder findet es interessant, aber keiner kauft es“, stellt der Geschäftsinhaber fest. Die Zukunft von „Raumanzug“ sieht Stienen ganz klar in Dorsten. „Hier möchte ich sowohl meine Schreinerei, als auch die Ausstellungsfläche des Innenarchitektur-Büros unter einem Dach zusammenführen“, beschreibt der gelernte Schreinermeister seine Pläne. „Wir stehen deshalb in ständigem Kontakt mit der Stadt Dorsten“, sagt Stienen, denn der Kirchhellener Standort mit insgesamt acht Mitarbeitern platzt inzwischen aus allen Nähten.

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