Dorstener fordern: Mehr Kontrollen und harte Strafen für Umweltsünder

mlzOnline-Umfrage

Umweltsünder sollten in Dorsten härter bestraft werden. Das wünscht sich die große Mehrheit der Teilnehmer unserer Online-Umfrage. Ein Alltagsproblem ist besonders widerlich.

Dorsten

, 05.08.2020, 09:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn es um das Thema Sauberkeit geht, ist Dorsten offenbar eine geteilte Stadt. 51 Prozent der fast 700 Teilnehmer unserer Online-Umfrage halten die Stadt für ausreichend oder eher sauber. 38 Prozent der Teilnehmer ist Dorsten indes nicht sauber genug. Für Andreas Jung, stellvertretender Leiter des Entsorgungsbetriebs, ist dieses Ergebnis Lob und Ansporn zugleich.

Jung bestätigte jetzt auf Anfrage, dass es stark frequentierte Hotspots gibt, „wo Müll manchmal nach der Reinigung wieder anbrandet wie die Flut nach der Ebbe. Allerdings machen wir auch schon eine ganze Menge.“ Er meint damit zum Beispiel illegale Entsorgungen, die „schnellstmöglich beseitigt“ werden, wenn sie gemeldet wurden. „Bei den Besentagen mobilisieren und sensibilisieren wir jedes Jahr 2000 Menschen für eine saubere Umwelt. Und am Wertstoffhof bieten wir günstige und sehr komfortable Möglichkeiten, Abfälle zu entsorgen.“

Etwa 2000 öffentliche Mülleimer

Es gibt das Schadstoffmobil, mittlerweile fünf Standorte zur Grünschnittabgabe und rund 2000 (!) öffentliche Mülleimer, die regelmäßig geleert werden müssen. „Hinter diesem System steckt eine komplexe und gut funktionierende Logistik“, sagt der stellvertretende Leiter des Entsorgungsbetriebs. „Wie sauber es insgesamt in einer Stadt ist, liegt aber letztlich immer auch am Verhalten der Bürger.“

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Das Dilemma: Hinter Müllsündern herzuräumen, die ihren Abfall achtlos fallen lassen oder ins Gebüsch werfen, ist im Interesse des Stadtbildes notwendig, sendet aber zugleich das Signal, dass irgendwer schon aufräumt. „Das ist der Spagat, in dem wir uns dauerhaft befinden“, sagt Jung.

Das Kaugummi-Problem auf dem neuen Pflaster der Fußgängerzone sei allerdings „praktisch nicht zu lösen“. Mehr als ein Drittel der Umfrage-Teilnehmer glaubt, dass die Stadt dagegen nicht genug unternimmt. Ein Viertel will das überhaupt nicht beurteilen.

Jung bestätigt, dass Kaugummis und vergleichbare Verunreinigungen von Hand wirtschaftlich nicht beseitigt werden können. „Der letztlich von allen Bürgern zu bezahlende Aufwand wäre enorm.“ Vor allem jedoch können man die „sehr widerliche Arbeit“ eigentlich niemandem zumuten. Abfallbehälter in ausreichender Zahl stünden ja zur Verfügung. „Hier wäre ein Mitdenken im Sinne aller Stadtbesucher, der Anwohner und der Kaufmannschaft wünschenswert.“

Ausgespucktes Kaugummi kann teuer werden

Die große Mehrheit der Umfrageteilnehmer wünscht sich auch deshalb mehr Kontrollen und härtere Strafen für Umweltsünder. Dabei gilt schon jetzt: Wer beim Ausspucken eines Kaugummis erwischt wird, begeht eine Ordnungswidrigkeit, für die ein Bußgeld von mindestens 40 und bis zu 75 Euro zu bezahlen ist. Man muss die Übeltäter allerdings in flagranti erwischen ...

Die möglichen Strafen für illegale Müllentsorgung können nach dem Bußgeldkatalog der Stadt noch viel höher ausfallen. „Die schweren Müllsünden werden in unserer Flächenstadt oft nachts und an abgelegenen Orten begangen und sind praktisch nicht zu kontrollieren“, gibt der stellvertretende Leiter des Entsorgungsbetriebes zu.

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Die Dorstener Zeitung gibt der Stadt Dorsten jeweils die Möglichkeit, die Ergebnisse zu kommentieren. Da diese Erklärungen oft nur zusammengefasst veröffentlicht werden können, sind sie vollständig nachzulesen auf der Internetseite der Stadt Dorsten: www.dorsten.de
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