Mehr Unfälle in Dorsten wegen Handynutzern am Steuer, E-Bike-Fahrern und Drogenkonsumenten

mlzVerkehrsunfallstatistik

2018 sind in Dorsten mehr Unfälle als 2017 passiert. Falsches Abbiegen und Wenden sind Hauptunfallursachen. Drogenmissbrauch, E-Bike-Fahren und Handynutzung treiben die Zahlen in die Höhe.

Dorsten

, 27.02.2019, 12:38 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Polizei in Recklinghausen präsentierte am Mittwochmorgen die Bilanz des Jahres 2018 zu den Hauptunfallursachen. Demnach passierten in Dorsten 2253 Unfälle. 2017 waren es noch 2209. Das entspricht einem Anstieg von 1,99 Prozent. Dabei kamen vier Menschen ums Leben (2017: 1), 56 wurden schwer verletzt (2017: 61) und 163 leicht verletzt (2017: 190). Das Risiko, in Dorsten einen Unfall zu haben, ist aber leicht niedriger als im kreisweiten Vergleich. Diese Zahlen hat die Polizei auch ermittelt.

Bei der Präsentation des Zahlenwerkes machte Polizeipräsidentin Friederike Zurhausen die Hauptunfallursachen deutlich. Beim Abbiegen und Wenden schnitten die Dorstener besonders schlecht ab: In 40,85 Prozent der Fälle passierten Unfälle aus diesem Grund.

Die Missachtung der Vorfahrt führte in 19,72 Prozent der Fälle zu Kollisionen mit anderen Verkehrsteilnehmern. Die Tendenz ist im Vergleich zu den Vorjahren rückläufig. Unangemessene Geschwindigkeit wurde in 6,34 Prozent der Fälle für einen Unfall verantwortlich gemacht.

Zu wenig Abstand zum Vordermann lässt es krachen

Zu geringer Abstand zum Vordermann nimmt tendenziell zu und schlägt sich in den Unfallzahlen nieder: 13,03 Prozent der Unfälle (Vorjahr 12,07 Prozent) geschahen aus diesem Grund. Alkohol- und Drogenmissbrauch der Fahrer waren an 11,97 Prozent der Unfälle beteiligt.

„Die Zahl der Unfälle unter Alkohol- und Drogeneinfluss hat in den letzten Jahren zugenommen. Seit 2015 (257 Unfälle) steigt die Anzahl dieser Unfälle kreisweit und in Bottrop kontinuierlich an, bis auf den heutigen Höchststand der letzten sechs Jahre von 358 Unfällen“, sagte die Polizeipräsidentin.

„In speziellen Schulungen unserer Beamten ist die Feststellung eines möglichen Drogenkonsums Kernelement. Ziel ist es, das Entdeckungsrisiko weiterhin deutlich zu erhöhen“, macht Karl-Heinz Henn, Leiter der Direktion Verkehr, deutlich.

Smartphone-Nutzung hinterm Lenkrad ist fatal

Die Nutzung von Smartphones durch Fahrzeugführer schlägt sich ebenfalls zunehmend in der Unfallstatistik nieder. Zwar waren es in Dorsten nur zwei Fälle, bei denen die Ablenkung durch das Smartphone als Ursache für den Unfall ermittelt wurde.

Die Anzahl der Unfälle, die nachweislich aufgrund der Nutzung von einem Smartphone/Mobiltelefon verursacht wurden, ist im Jahr 2018 (kreisweit 23 Unfälle) um 17 gestiegen. „Der Anstieg ist das Ergebnis intensiver Fortbildungsmaßnahmen. Die Folge ist, dass mehr Verkehrsunfallursachen auf Grund der Benutzung des Mobiltelefons erkannt werden“, erklärt der Leiter der Direktion Verkehr, Karl-Heinz Henn.

Sorgenkinder im Straßenverkehr sind ältere E-Bike-Fahrer

Sorgenkinder im Straßenverkehr sind aus Sicht der Polizei aber auch die E-Bike-Fahrer. Im Gegensatz zu Fußgängern leben E-Bike-Fahrer gefährlich: Mit nunmehr 79 Personen stieg hier die Zahl der Verunglückten kreisweit um 47. „Ein Grund dafür ist der weiterhin sprunghafte Anstieg von Neuanschaffungen technisch unterstützter Fahrräder. Dieses Verkehrsmittel ersetzt, insbesondere bei älteren Verkehrsteilnehmern, zunehmend das klassische Fahrrad“, so Polizeipräsidentin Friederike Zurhausen.

In Dorsten waren es 30 Unfälle auf motorisierten Zweirädern und damit vier mehr als in den Vorjahren. Auf Rädern verunglückten 70 Menschen, fünf weniger als 2017.

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