Mit einem Großaufgebot riegelte die Polizei am Montagnachmittag den Tatort in Holsterhausen ab. Eine offizielle Mitteilung gab es erst am Tag danach. © Guido Bludau
Ermittlungen nach Attacke

Messer-Attacke: Was die Staatsanwaltschaft alles noch nicht sagen will

Die Messer-Attacke in Dorsten bleibt ein Rätsel. Tatwaffe, Motiv, mutmaßlicher Täter - alle Infos werden unter Verschluss gehalten. Aber zu den Opfern gibt es neue Angaben.

Am Tag danach deutet nichts mehr auf die blutige Attacke in Holsterhausen hin. Die Kripo hat die Spurensuche längst beendet, auf dem Radweg zwischen Pliesterbecker Straße und Baldurweg hat der Regen die Blutflecken vom Asphalt gewaschen.

Dort hatte ein Zeuge die beiden lebensgefährlich verletzten Männer am Montag gegen 15.30 Uhr gefunden und die Polizei alarmiert. Später am Tag wurde eine Mordkommission eingerichtet, doch die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen, bestätigte die Staatsanwaltschaft Essen am Dienstagmittag in einer dürren Mitteilung.

Am Tag danach deutet nichts mehr auf die blutige Attacke in Holsterhausen hin.
Am Tag danach deutet nichts mehr auf die blutige Attacke in Holsterhausen hin. © Stefan Diebäcker © Stefan Diebäcker

Demnach handelt es sich bei den beiden Opfern um zwei Männer aus Billerbeck (28) und Dorsten (31). In welcher Beziehung sie zueinander stehen, wollte Staatsanwältin Sarah-Kristina Erl aus Essen auch auf Nachfrage nicht sagen. Viele weitere Fragen bleiben zunächst ebenfalls unbeantwortet:

  • Konnten die beiden Opfer schon ansatzweise vernommen werden?
  • Gibt es Hinweise auf ein mögliches Tatmotiv?
  • Mit welcher Waffe wurden die Männer verletzt und ist sie inzwischen gefunden worden?
  • Gibt es überhaupt einen flüchtigen Täter?

„Die Umstände, wie es zu den Stichverletzungen gekommen ist, sind noch unklar“, erklärte die Staatsanwältin. Polizeisprecher Andreas Lesch betonte deshalb am Dienstag die Wichtigkeit von Zeugenhinweisen. „Wir sind für jegliche Beobachtungen dankbar.“

Polizei hofft auf Zeugenhinweise

Der rot gepflasterte Weg auf der ehemaligen Bahntrasse am Knappenweg wird von vielen Fußgängern und Radfahrern genutzt. Die Ermittler haben deshalb die Hoffnung, dass jemand kurz vor der Tat etwas gesehen hat. Einen Streit vielleicht, andere Personen womöglich. Während der Spurensuche am Montag war von einer möglichen Beziehungstat die Rede – da könnte es vorher lauter geworden sein. Hinweise werden unter der Hotline (0800) 2361111 angenommen.

Die beiden Opfer sind am Montag in verschiedene Krankenhäuser gebracht und notoperiert worden. Ihren Zustand fasste die Staatsanwältin einen Tag später in zwei Worten zusammen: „Sie leben.“

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Veränderungen gab es immer, doch nie waren sie so gravierend. Und nie so spannend. Die Digitalisierung ist für mich auch eine Chance. Meine journalistischen Grundsätze gelten weiterhin, mein Bauchgefühl bleibt wichtig, aber ich weiß nun, ob es mich nicht trügt. Das sagen mir Datenanalysten. Ich berichte also über das, was Menschen wirklich bewegt.
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Stefan Diebäcker

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