Nach der Spurensuche am Tatort in Holsterhausen sind sich die Ermittler sicher, wer Täter und wer Opfer der blutigen Auseinandersetzung vom 26. Juli ist. © Guido Bludau (Archiv)
Polizei-Ermittlungen

Messerattacke in Holsterhausen: Was wir inzwischen wissen – und was nicht

Zwei Männer wurden vor mehr als zwei Monaten bei einer Messerattacke in Holsterhausen schwer verletzt. Die Suche nach der Wahrheit scheint schwierig zu sein. Was wir wissen - und was nicht.

Es ist der 26. Juli, ein Montag, als nahe der Pliesterbecker Straße in Holsterhausen zwei Männer blutüberströmt zusammenbrechen. Die Polizei sperrt den Tatort weiträumig ab, sucht zwischen Pliesterbecker- und Baldurstraße auf und abseits eine Radweges nach Spuren und Tatwaffen, während die Männer ins Krankenhaus gebracht werden.

Drei Tage später veröffentlicht die Staatsanwaltschaft Essen eine Mitteilung. Täter und Opfer sind identifiziert, das Motiv ist zumindest in Ansätzen klar. Zwei Monate später hat sich daran – zumindest offiziell – nichts geändert. „Die Ermittlungen dauern noch an“, sagt Staatsanwältin Sarah-Kristina Erl (Essen). Was wir wissen – und was nicht:

Wer ist der Täter, wer ist das Opfer?

Es handelt sich um zwei Männer aus Aserbaidschan, 28 und 31 Jahre alt. Der Jüngere lebt in Billerbeck und ist nach Meinung der Staatsanwaltschaft der Täter, der Ältere lebt in Dorsten und wurde angegriffen. Letztlich haben sich die beiden Männer ihre Verletzungen „wechselseitig zugefügt“, heißt es.

Wie geht es den beiden Männern zwei Monate nach der Attacke?

Ihre Verletzungen haben der mutmaßliche Täter und vor allem das Opfer überlebt. Das war in den ersten Stunden nach der Auseinandersetzung nicht sicher. Der Mann aus Billerbeck befindet sich in Untersuchungshaft, Vorwurf: versuchter Totschlag. „Der 31-Jährige befindet sich nicht mehr im Krankenhaus“, bestätigte die Staatsanwältin.

Was ist über die Tatwaffe bekannt?

Offiziell nicht viel. Die Ermittler spreche vage von einem „Tatmittel“, das könnte ein Messer oder ein spitzes Werkzeug sein. Nach Informationen dieser Zeitung wurde in der Nähe des Radweges ein Messer gefunden, das wahrscheinlich die Waffe ist. Offiziell bestätigt ist das nicht.

Welches Motiv gibt es für die Messerattacke?

Die beiden Männer aus Aserbaidschan kannten sich, das ist klar. Staatsanwältin Erl spricht von einem „länger andauernden Streit“ zwischen ihnen, ohne ins Detail zu gehen. Sie ließ auch die Frage offen, ob Täter und Opfer überhaupt und in welchem Umfang ausgesagt haben. Bei der Spurensicherung am Tatort war von einer Beziehungstat die Rede. Da gibt es viele Varianten.

Wie geht es weiter?

Die Ermittlungen dauern an. Das kann bedeuten, dass die Beweise und Indizien nicht für eine Anklage ausreichen. Möglicherweise ist der Fall aber auch „größer“ und die Ermittlungen sind aufwändiger, als es den Anschein hat. Für die Anklage hat die Staatsanwaltschaft noch etwas Zeit. Grundsätzlich beträgt die maximale Dauer der Untersuchungshaft sechs Monate, ein Drittel dieser Zeit ist vorbei. Eine längere Haft darf nur angeordnet werden, wenn die besondere Schwierigkeit, der besondere Umfang der Ermittlungen oder ein anderer wichtiger Grund dies rechtfertigen.

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Redaktionsleiter in Dorsten
Veränderungen gab es immer, doch nie waren sie so gravierend. Und nie so spannend. Die Digitalisierung ist für mich auch eine Chance. Meine journalistischen Grundsätze gelten weiterhin, mein Bauchgefühl bleibt wichtig, aber ich weiß nun, ob es mich nicht trügt. Das sagen mir Datenanalysten. Ich berichte also über das, was Menschen wirklich bewegt.
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Stefan Diebäcker

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