Mieter kritisieren die Altro Mondo

Mängel und Vernachlässigung

Überzeugte Barkenberger gibt es viele. Einige von ihnen beklagen sich jetzt aber über ihre Wohnungen, in denen sie seit Jahren, manchmal seit Jahrzehnten leben. Der Grund: die Altro Mondo, die seit einem Jahr 201 Wohnungen am Himmelsberg und an der Dimker Allee verwaltet.

Dorsten

, 20.01.2016, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schöner Wohnen bei der Altro Mondo am Himmelsberg? Langjährige Mieter wie  Daniela Kremer, Annette Floß und Walter Floß (v.l.) kritisieren das Wohnungsunternehmen scharf und meinen, dass die Altro Mondo die Zügel in und rund um die Häuser schleifen lässt.

Schöner Wohnen bei der Altro Mondo am Himmelsberg? Langjährige Mieter wie Daniela Kremer, Annette Floß und Walter Floß (v.l.) kritisieren das Wohnungsunternehmen scharf und meinen, dass die Altro Mondo die Zügel in und rund um die Häuser schleifen lässt.

„Man kriegt die Verantwortlichen bei der Altro Mondo einfach nicht an die Strippe“, beklagt sich Walter Floß. Der Mieterveteran vom Himmelsberg – „ich wohne hier seit 45 Jahren“ – ist ein überzeugter Barkenberger. Doch seine Geduld ist mit dem Eigentümerwechsel von einem Privatbesitzer, der die Dorstener Wohnungsgesellschaft für die Pflege der Immobilien eingesetzt hatte, zur Altro Mondo erschöpft. „Ich habe eine Stunde lang in der Warteschleifen der Altro Mondo ausgeharrt, sämtliche Nummern, die angesagt wurden, ausprobiert, habe aber keinen Gesprächspartner ans Telefon bekommen, als ich mich über Mängel in meiner Wohnung und die Vernachlässigung im Haus und der Grünanlagen beschweren wollte“, sagt Floß.

Eine Erfahrung, die er mit Himmelsberg-Bewohnerin Daniela Kremer, seiner Tochter Annette und weiteren Mietern teilt. Rückmeldungen bekommt Floß aus einigen Wohnungen der Wohnanlagen in Barkenberg. Denn Floß hat an der Dimker Allee ein Büro, wo er als Seniorenbeirat der Stadt Ansprechpartner ist. „Mir laufen aber die Barkenberger die Bude ein, die sich über die Altro Mondo beklagen wollen“, erzählt Floß.

28 Mietern gekündigt

28 Mieter hätten jetzt die Kündigung bekommen: „Alles Leute, die Hartz IV beziehen und für die das Jobcenter das Geld überweist.“ Die Miete sei bei der Altro Mondo nicht angekommen, hätten ihm Betroffene erzählt, weil die Altro Mondo verspätet ihre Kontodaten weitergab und das Jobcenter zwei Monate lang an den ehemaligen Vermieter überwiesen habe“: „Das wird nun den Mietern zur Last gelegt.“

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Die Dorstener Wohnungsgesellschaft (DWG) hat laut Auskunft der Stadt den Wohnungsbestand für den Vorbesitzer der Altro Mondo verwaltet. Zum 1.11.2014 endete dieser Vertrag. Treuhänderisch eingehende Zahlungen wurden für die Endabrechnung an den Vorbesitzer weitergeleitet. Sowohl der alte wie der neue Besitzer wurden ausdrücklich darauf hingewiesen, dass etwaige Überzahlungen zwischen diesen beiden Partnern verrechnet werden müssen. „Bei der Abstimmung zwischen den Unternehmen hat die DWG mehrfach Hilfe angeboten“, teilt Ludger Böhne, stellvertretender Stadtpressesprecher, mit. Das Jobcenter habe 19, das Sozialamt vier Fälle ermitteln können, in denen für Mieter in diesen Häusern die Miete an den privaten Vermieter gezahlt wurde. Erste Stichproben hätten ergeben, dass Mieter vom neuen Eigentümer verspätet und auch nicht alle zum gleichen Zeitpunkt über den Besitzerwechsel informiert wurden. „Eventuell von einer Kündigung betroffene Mieter werden gebeten, mit ihrem Sachbearbeiter im Jobcenter oder Sozialamt Kontakt aufzunehmen“, rät Böhne jetzt.

Dem Mietrechtsexperten des Dorstener Mietervereins, Rechtsanwalt Ulrich Howind, sind die Gepflogenheiten der Altro Mondo nicht unbekannt: „Die Verhaltensweisen sind sehr diffus. Mal bekommt man eine Antwort, mal nicht“, sagt der Marler Anwalt.

Mängel in den Wohnungen

Er selbst habe die Interessen von acht Mietervereinsmitgliedern aus Barkenberg in 2015 gegenüber der Altro Mondo vertreten. Aus unterschiedlichen Gründen: „Es ging um Mängel in den Wohnungen, Betriebskostenabrechnungen und Mietererhöhungen.“ Selbst wenn Beträge gekürzt oder einbehalten würden, reagiere die Gesellschaft in Ronnenberg (bei Hannover) nicht immer. In einem Fall, wo es um die Beseitigung eines gravierenden Mangels in einer Wohnung ging, „hat das zwar gedauert, aber irgendwann war der Fall dann auch erledigt“. Gegenüber der Dorstener Zeitung hält die Altro Mondo an ihrer Linie fest: Weder telefonische Anfragen noch wiederholte schriftliche Anfragen zu Mieterklagen wurden und werden von ihr beantwortet.

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