Mit dem Rubbish-Bike sorgt ein Dorstener für Sauberkeit in der Stadt

Engagement

Christian Arndt sorgt in Dorsten mit seinem Rubbish-Bike für Sauberkeit. Der 46-Jährige sammelt auf Fahrradtouren Müll ein und erhält Unterstützung der Stadt Dorsten.

Dorsten

von Dorstener Zeitung

, 20.12.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Besuch im Rathaus: Bürgermeister Tobias Stockhoff hat sich bei Christian Arndt bedankt. Der 46-Jährige ist auf seinem „Rubbish-Bike“ in Dorsten unterwegs, um Müll einzusammeln.

Besuch im Rathaus: Bürgermeister Tobias Stockhoff hat sich bei Christian Arndt bedankt. Der 46-Jährige ist auf seinem „Rubbish-Bike“ in Dorsten unterwegs, um Müll einzusammeln. © Stadt Dorsten

Viele Dorstener werden Christian Arndt wahrscheinlich schon einmal gesehen haben, wenn er auf seinem ziemlich auffälligen Fahrrad samt Anhänger quer durch das Stadtgebiet radelt. Die wenigsten werden allerdings wissen, was es damit auf sich hat. Der 46-Jährige setzt sich in seiner Geburtsstadt für den Umweltschutz ein.

Unter dem Motto „The Rubbish Bike“ fährt er durch Dorsten und sammelt Müll ein. Papier, Zigarettenstummel, Taschentücher, Dosen oder Flaschen – alles, was Christian Arndt in die Greifer seiner Zange bekommt, wird anschließend ordnungsgemäß entsorgt.

Christian Arndt ist Mitglied beim RSC Dorsten

„Ich kann meinem großen Hobby nachgehen und dabei auch noch etwas Gutes tun. Besser geht es doch gar nicht“, sagt Christian Arndt, der seit vielen Jahren Mitglied beim RSC Dorsten ist.

Es war im Frühsommer, als er Bürgermeister Tobias Stockhoff via Facebook anschrieb und ihm von seiner Idee berichtete. Zu oft, wie er sagt, hatte er sich schon darüber geärgert, wenn er auf seinem Fahrrad durch das Stadtgebiet fuhr und ständig Müll auf dem Boden liegen sah. Der Bürgermeister war begeistert und sagte nach Rücksprache mit dem Entsorgungsbetrieb sofort seine Unterstützung zu. „Ich finde es großartig, wie sich Christian Arndt in unserer Stadt ehrenamtlich für den Umweltschutz einsetzt. Ein großer Vorteil ist auch, dass er an Stellen unterwegs, die die Kollegen vom Entsorgungsbetrieb mit ihren Maschinen nicht einfach so ansteuern können“, sagt Tobias Stockhoff.

Fünf Touren mit seinem „Rubbish-Bike“ hat Christian Arndt in diesem Jahr schon zurückgelegt – und dabei jede Menge Müll eingesammelt. „Eine 50-Liter-Tonne bekomme ich bei jeder Fahrt locker zusammen“, sagt er.

70 Prozent Taschentücher aufgesammelt

Auf seiner Website https://therubbishbike.jimdofree.com/ berichtet er regelmäßig von seinen Touren. Die letzte Fahrt in diesem Jahr hat am Nikolaus-Wochenende stattgefunden. In seinem Tourbericht heißt es: „Kann mir vielleicht jemand sagen, warum so viele Menschen Taschentücher wegwerfen? Ich habe heute bestimmt 70 Prozent Taschentücher aufgesammelt, echt ekelig.“

Ab Januar will Christian Arndt auch Gäste auf seinen Touren mitnehmen.

Ab Januar will Christian Arndt auch Gäste auf seinen Touren mitnehmen. © Stadt Dorsten

Auf Christian Arndt und sein „The Rubbish-Bike“ sind längst einige Dorstener aufmerksam geworden. Auch die Firma Punta Velo, die unter anderem sogenannte Transport-Fahrräder herstellt. Diese Art von Fahrrad wird das Dorstener Unternehmen Christian Arndt in Kürze kostenlos zur Verfügung stellen, damit er auch problemlos größere Gegenstände einsammeln kann. Außerdem kann die Mülltonne fortan im vorderen Bereich des Fahrrades platziert werden – ein weiterer großer Vorteil, wie Christian Arndt sagt.

Rubbish-Bike-Touren sind zwischen 20 und 30 Kilometer lang

Im nächsten Jahr will er gleich wieder für den Umweltschutz in die Pedale treten und seine Rubbish-Bike-Touren, die zwischen 20 und 30 Kilometer lang sind, sogar für jedermann öffnen. Ständige Anfahrpunkte sind die Schleuse, das Storchennest sowie das Zechengelände in Hervest. Nach getaner Arbeit wird dann der Entsorgungsbetrieb angesteuert, um den Müll zu entsorgen. „Wer mich begleiten will, kann sich gerne über meine Homepage bei mir melden. Anfang Januar geht’s wieder los“, sagt er.

Bürgermeister Tobias Stockhoff hat sich für eine der Touren in 2021 bereits einen Startplatz gesichert.

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