Mitarbeiter nach Strich und Faden betrogen

23.09.2007, 19:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dorsten Das ist mal eine Karriere: Nahezu lückenlos nutzte ein 31-Jähriger die Zeit von seinem 16. Lebensjahr an, sein Vorstrafenregister zu füllen.

Meistenteils schlug er sich mit Betrügereien durchs Leben. Seit einigen Monaten sitzt der 31-Jährige in der schönen Justizvollzugsanstalt Hamburg-Fuhlsbüttel ein.

Dort lernt er jetzt richtig fürs Leben oder wie er selbst sagt: "Ich habe eine Ausbildung begonnen, zudem eine Therapie, um von meiner Spielsucht loszukommen." Aus dem Knast heraus fand er sich am Donnerstag erneut in einem Gerichtssaal wieder. Gewerbsmäßigen Betrug und Diebstahl legte ihm die Staatsanwältin zur Last. Ein gewerbsmäßiges Handeln konnte das Gericht indes nicht erkennen, wohl aber verschiedene Betrügereien zu Lasten anderer.

1200 Euro geliehen

So ließ es sich der Mann von Anfang August bis Ende September 2006 in Dorsten gut gehen, in dem er andere an der Nase herumführte. Mal lieh er sich einen Geldbetrag über 1.200 Euro, ohne die Absicht zu haben, das Geld zurückzuerstatten. Mal gründete er eine Baufirma, beschäftigte Mitarbeiter in diesem zum Scheitern verurteilten Unternehmen, die er ebenfalls nach Strich und Faden täuschte.

So ermunterte er einen Angestellten dazu, ein Konto zu eröffnen, nur um wenig später einen Geldbetrag für eine Telefonrechnung von diesem privaten Konto abbuchen zu lassen.

Lohn nicht gezahlt

Ein rauschendes Mitarbeiterfest in einem Hotel in Thüringen organisierte er zudem, ohne jedoch die Rechnung über knapp 1000 Euro zu begleichen. Seinen zwei Angestellten stellte er Lohn in Aussicht, bezahlte ihn aber nicht. Einer Bekannten stahl er das Handy, um selbst Besitzer eines Nokia zu sein.

Erhebliche Bedenken

Wegen fünffachen Betruges und Diebstahls verurteilte ihn das Schöffengericht unter Einbeziehung eines Urteils in Hamburg zur einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten. Auf Bewährung. Und auch nur "unter Zurückstellung erheblicher Bedenken", wie Richterin Regine Heinz betonte.

Denn erstmals in seinem Leben scheint der 31-Jährige einen neuen, zuversichtlich stimmenden Kurs eingeschlagen zu haben. Vier Jahre lang muss er sich straffrei führen - dann kann sein neues Leben richtig beginnen. eng

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