Aus ökologischen Gründen nicht erwünscht, versickerungstechnisch aber nicht zu beanstanden: Schotterbeete. © Claudia Engel (A)
Gebührenbescheide 2021

Mogeleien einiger Grundstücksbesitzer sind ein Glücksfall

Beim Überfliegen des Dorstener Stadtgebietes wurden Schummeleien von Grundstückseigentümern aufgedeckt. Das kommt der Allgemeinheit jetzt zugute.

Dorstens Grundstückseigentümer müssen selbst erklären, wie groß die versiegelten Flächen auf ihrem Grundstück sind. Daraus ermittelt die Stadt die Gebühren für die Einleitung von Regenwasser in die Kanäle. Die Gebühren sind in diesem Jahr niedriger als im Vorjahr. Ein Leser fragt nach den Gründen für die Senkung der Abgaben 2021.

Stadtsprecher Ludger Böhne: „Es ist richtig, dass die Niederschlagswassergebühr zum 1.1.2021 gesenkt worden ist, nämlich von 97 Cent auf 82 Cent pro Quadratmeter. Die Ursache liegt darin, dass im Rahmen der Überprüfung der Flächen, die an die städtische Kanalisation angeschlossen sind, wesentlich mehr Flächen zu berücksichtigen sind als bisher. Wenn die Kosten in etwa gleich bleiben, aber die Flächenanteile steigen, muss dies zu einer Gebührensenkung führen, da Gebühren kostendeckend erhoben werden.“

Freiwillige Selbstauskünfte waren nicht immer richtig

Nach einer Überfliegung des Dorstener Stadtgebietes wurde bei Auswertung der Bilddateien festgestellt, dass einige der 25.000 Dorstener Grundstückseigentümer wissentlich oder unwissentlich bei ihren freiwilligen Selbstauskünften 1996 gemogelt haben. Die Gebühren für 86.000 Quadratmeter versiegelter Fläche, das entspricht etwa zwölf Fußballfeldern, sind der Stadt viele Jahre entgangen. Seit der Überfliegung müssen einige Eigentümer nachzahlen, die Allgemeinheit kommt indes günstiger weg.

Unser Leser findet die Botschaft, die von der Gebührensenkung für Niederschlagswasser ausgeht, nicht vollständig nachvollziehbar: „Die Message an die Bürger durch die Senkung dieser Kosten lautet: Versiegelt eure Vorgärten – die Gebühren dafür senken wir!“

Stadt meint: Ökologische Aspekte werden berücksichtigt

Dem widerspricht der Stadtsprecher: „Bei der Niederschlagswasserbeseitigung insgesamt werden ökologische Aspekte sehr stark berücksichtigt. Trifft das Niederschlagswasser wieder vermehrt auf natürlich bewachsene Flächen (Rasen, Beete u.ä.), fallen hierfür keine Gebühren an“, sagt Böhne. Das sei ein Anreiz dafür, versiegelte Flächen zu entsiegeln.

Auch für Dachflächen, die begrünt werden, gibt es eine Ermäßigung: Für Gründächer werden nur 40 Prozent der Niederschlagswassergebühr erhoben. Für Schotterrasen oder wasserdurchlässiges Pflaster auf Parkplätzen fallen ebenfalls keine Gebühren an.“ Diese Aspekte spielen auch bei Schottergärten eine Rolle, auch wenn sie aus ökologischen Gründen unerwünscht seien, so Ludger Böhne.

Gebührenvorlage weist Einzelheiten aus

Böhne verweist in diesem Zusammenhang auf eine noch aktuelle Gebührenvorlage, die der Bauausschuss Mitte Dezember verabschiedet hat. Kühne Rechner können dieser Vorlage auf www.dorsten.de (Drucksache 326/20) alle hintergründigen Einzelheiten entnehmen.

Die Gebühr wird von den Kommunen für die Einleitung von Regenwasser erhoben, das über bebaute oder versiegelte Flächen nicht ins Erdreich fließen kann und in die öffentliche Kanalisation gelangt. Je mehr versiegelte Flächen auf dem Grundstück vorhanden sind, desto höher fällt die Gebühr aus.

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Redaktion Dorsten
Seit 20 Jahren als Lokalredakteurin in Dorsten tätig. Immer ein offenes Ohr für die Menschen in dieser Stadt, die nicht meine Geburtsstadt ist. Das ist Essen. Ehefrau, dreifache Mutter, zweifache Oma. Konfliktfähig und meinungsfreudig. Wichtige Kriterien für meine Arbeit als Lokalreporterin. Das kommt nicht immer gut an. Muss es auch nicht. Die Leser und ihre Anliegen sind mir wichtig.
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Claudia Engel

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