Großer Jubel: Schüler und Schülerinnen eines fächerübergreifenden Kunst- und Politik-Projektes an der Montessori-Reformschule in Wulfen belegten beim Bundes-Schulwettbewerb zur Entwicklungspolitik einen hervorragenden dritten Platz. © Guido Bludau
Montessorischule

Montessori-Schule ist mit dem „Dorf der Träume“ bundesweit erfolgreich

Riesige Freude bei der Montessori-Reformschule in Dorsten: Bei einem Bundes-Politikwettbewerb machten Schüler den dritten Platz. Das Preisgeld leiteten sie weiter an Partnerschüler in Not.

Nervös verfolgten die Schüler der Montessori-Reformschule in Wulfen – Corona-bedingt auf zwei Klassenräume verteilt – den Livestream der Berliner Preisverleihung. Nachdem ihre Wettbewerbskategorie aufgerufen wurde, war der Jubel groß: Beim 9. Bundes-Schulwettbewerb zur Entwicklungspolitik „alle für EINE WELT für alle“ erreichten die Teilnehmer eines fächerübergreifenden Kunst- und Politik-Projektes an der Schule einen hervorragenden dritten Platz.

500 Euro Preisgeld gab es dafür von Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller. „Wir freuen uns natürlich riesig“, erklärte Susanne Schulte (Pädagogische Schulleitung). Und betont stolz: „Für die Schülerinnen und Schüler stand ganz schnell fest, dass der Gewinn als Spende an eine Schule in Waslala in Nicaragua gehen soll.“

„Vernetzung ist wichtig“

Mit dieser finanziellen Hilfe für die von einem Hurrican gebeutelte Dorstener Partnerstadt füllen die Schülerinnen und Schüler, die sich jetzt in den Jahrgangstufen 6 und 7 befinden, auch im Nachhinein den Ansatz des Wettbewerbs mit Leben.

„Die Teilnahme an diesem Wettbewerb ist für uns vor allem die Teilnahme am Geschehen in der Welt“, betont Susanne Schulte. „Es ist die Vernetzung der Schüler untereinander, lokal und global, die wichtig ist.“

„Meine, deine, unsere Zukunft?! Lokales Handeln – globales Mitbestimmen“ lautete das Thema der Bundes-Wettbewerbs. Insgesamt fast 30.000 Schüler machten mit mehr als 500 Beiträgen mit.

Für ein gutes Zusammenleben

Die Montessorischule beteiligten sich mit dem „Dorf der Zukunft für ein freies, faires und friedliches Miteinander auf der Welt“. Unter Leitung der Dorstener Kunsthistorikerin Marion Taube und der Mithilfe der Montessori-Lernbegleiter Sara Scheurer, Manuel Hano und René Höffken bauten sie ein Dorf ihrer Träume, in dem ein gutes Zusammenleben ebenso wichtig ist wie der Schutz der Natur und der Tiere.

Auch diese Schüler gehören zu den Wettbewerbsgewinnern.
Auch diese Schüler gehören zu den Wettbewerbsgewinnern. © Guido Bludau © Guido Bludau

„Aus diesem Gedanken heraus gestalten die Schüler im Kunstunterricht zunächst ihr eigenes Baumhaus, das ihren Vorstellungen von Heimat, Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein entspricht. So entstand eine komplette Dorfgemeinschaft“, so Marion Taube.

In der fortlaufenden Arbeit bildeten sich Ideengruppen als kreative Netzwerke aus, die während der „Freiarbeit“ fächerübergreifend arbeiteten: Gemüseanbau im Schulgarten, Recycling und Upcycling in der Schülerfirma, Erstellen der App „Dreamer“, mit dem Ziel Kontakte zu Schülern in anderen Ländern pflegen zu können.

Kontakt nach Waslala aufgebaut

Im Lernbereich Globale Entwicklung wurden die Ansätze weiterverfolgt, im Rahmen der schuleigenen Reihe „Politics2share“(P2s) löste der Wettbewerb sogar den Impuls aus, Kontakte nach Waslala aufzubauen. Eine Schulkooperation war schon vorbereitet, die in Form des Bürgermeisterbesuchs aus Waslala konkret werden sollte, doch der Termin musste damals wegen Corona abgesagt werden.

Ein Jahr hat Marion Taube als Lernbegleiterin „Kunst und Politik“ an der Montessori-Reformschule in den Klassen 5-10 unterrichtet. Während dieser Zeit konnte sie die Schülerinnen und Schüler zu einer Reihe erfolgreicher Projekte motivieren.

Bei Wettbewerben erfolgreich

Mit dem 8. Jahrgang im Fach Politik 2019 hatte sie einen Preis bei der Bundeszentrale für Politische Bildung mit einem Projekt über die Geschichte des alten Lehrerhaus in Wulfen hereingeholt, mit ihrer Kunstinitiative „Unser Garten Eden“ den Grundstein gelegt für den Gewinn des 1. Preises des LensingMedia Hilfswerks zum Gedeih des Schulgartens.

Trotz der schönen Erfolge: Aktiv unterrichten möchte sie künftig nicht mehr, aber sie bleibt der Schule ideell verbunden und unterstützt die Schulleitung weiterhin bei innovativen Projekten und Prozessen.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Geboren 1961 in Dorsten. Hier auch aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach erfolgreich abgebrochenem Studium in Münster und Marburg und lang-jährigem Aufenthalt in der Wahlheimat Bochum nach Dorsten zurückgekehrt. Jazz-Fan mit großem Interesse an kulturellen Themen und an der Stadtentwicklung Dorstens.
Zur Autorenseite
Michael Klein

Ahaus, Heek und Legden am Abend

Täglich um 18:30 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.

Lesen Sie jetzt