Müll türmt sich in Barkenberg vor Mietshäusern der Altro Mondo

mlzAltro Mondo

Barkenberger sind stinkig: Seit Wochen türmt sich Müll an den Sammelcontainern der Altro-Mondo-Mietshäuser. Ratten finden das gut.

Wulfen-Barkenberg

, 29.11.2018, 04:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zwei Frauen am Himmelsberg in Wulfen-Barkenberg sind gar nicht gut zu sprechen auf einige Mieter der Altro-Mondo-Mietshäuser: „Die haben ihre kompletten Lebensmittelabfälle in Gelben und Blauen Tonnen entsorgt.“ Ratten hätten ihre helle Freude daran.

Die Folge: Das Unternehmen, das im Auftrag des Dualen Systems für die Beseitigung des Abfalls zuständig ist, leert die Container wegen der unsachgemäßen Befüllung durch einige Mieter nicht. Das seit Wochen. Seitdem stapeln sich die Abfallberge an den Sammelbehältern. Zum Teil fliegt der Müll schon auf der Straße herum.

Verwalterin Altro Mondo eine Frist gesetzt

„Ich habe am Sonntag einen Brief an die Verwalterin der Wohnungen, die Altro Mondo, geschickt und auf die Sauerei aufmerksam gemacht“, sagt Mieter Walter Floß vom Himmelsberg. Er habe Altro Mondo eine 14-tägige Frist gesetzt. „Geschieht hier nichts, werden wir Mieter das in die Hand nehmen und der Altro Mondo in Rechnung stellen.“ Seiner Tochter Annette seien wegen der Abfallberge vor der Haustür zwei Ratten vor die Füße gelaufen: „Die fühlen sich hier jetzt besonders wohl“, sagt Floß.

Die Müllcontainer am Himmelsberg an den Häusern der Altro Mondo quellen über, weil die Container wegen unsachgemäßer Befüllung nicht mehr geleert werden.

Die Müllcontainer am Himmelsberg an den Häusern der Altro Mondo quellen über, weil die Container wegen unsachgemäßer Befüllung nicht mehr geleert werden. © Claudia Engel

Als Verursacher für das Müllproblem hat Floß eine Gruppe von Mietern ausgemacht. „Die sind für den Schlachthof tätig, kommen aus einem anderen Land und werfen den Müll kreuz und quer in die Tonnen. Hauptsache, sie sind ihn los“, sagt Floß.

Der Stadt Dorsten sind die Hände gebunden. Sie kann in der Barkenberger Siedlung am Himmelsberg nicht viel ausrichten: „Die Abfuhr der Gelben Tonnen liegt nicht in Händen der Stadt. In der Regel bleiben falsch befüllte Tonnen stehen und werden mit einem Aufkleber markiert, sodass Eigentümer oder Mieter die Möglichkeit zur Nachsortierung haben, damit die Tonnen bei der nächsten Abfuhr geleert werden können.“ Das sagt Stadtsprecher Ludger Böhne auf Anfrage der Redaktion.

Das kann und darf kein Dauerzustand sein

Dass der Müll liegen bleibt, kann auf Dauer aber kein Zustand sein. Eine Sonderleerung sei prinzipiell möglich, aber nur unter besonderen Voraussetzungen, wie Böhne sagt: „Die Leerung der Gelben Tonnen durch die Stadt wäre nur als Restabfall möglich. Allerdings nur dann, wenn jemand den Auftrag dafür erteilt und bereit ist, die Kosten zu übernehmen.“

Wie lange schaut sich die Ordnungsbehörde im Rathaus an, was sich in Teilen von Barkenberg zu einem Problem auswächst? „Bürgermeister Tobias Stockhoff ist am Dienstag in Barkenberg darauf angesprochen worden und wir haben durch die Anfrage der Dorstener Zeitung davon erfahren“, sagt Böhne. Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungsdienstes würden sich vor Ort umsehen und bewerten, „ob es sich lediglich um einen wenig schönen Anblick handelt oder tatsächlich Gefahrenabwehr nötig ist“.

Empfindliche Zwangsgelder drohen

Grundsätzlich gehe es in diesem Fall um Missstände, „die aus einer Nichteinhaltung von den privatrechtlichen Mietvereinbarung zuzurechnenden Nebenpflichten her stammen“. Dann würden Mieter und Eigentümer zunächst formlos aufgefordert, den Zustand zu beenden. „Falls das nicht geschieht, wären letztlich Ordnungsverfügungen unter Androhung empfindlicher Zwangsgelder zu erlassen“, sagt Ludger Böhne.

Die Stadt sagt, dass solche Situationen, wie auf dem Müllsammelplatz am Himmelsberg in Barkenberg, ein Dilemma sind, die schwer aufzulösen sind. Mieter/Eigentümer, die die Regeln der Müllentsorgung nicht einhalten, sollten nicht dadurch belohnt werden, dass sie unsortierten Müll kostenlos abgeholt bekommen, sagt Stadtsprecher Ludger Böhne. Denn die Kosten dafür müssten letztendlich aus dem Gebührenhaushalt der Stadt Dorsten und damit von allen Bürgern dieser Stadt bezahlt werden.
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