Müller Johannes Böing scheidet mit Wehmut im Herzen

Tüshaus Mühle

Nicht nur Familie und Freunde begleiteten Müller Johannes Böing (80) bei seinem letzten Auftritt, viele interessierte Besucher kamen am Samstag, um die Geschichte des technischen Kulturdenkmals Tüshaus Mühle aus erster Hand zu erfahren. Von dem Mann, der der stillgelegten Wassermühle wieder Leben eingehaucht hat.

von Von Uta Tönnies

, 16.10.2011, 17:52 Uhr / Lesedauer: 2 min
Mit Wehmut im Herzen gab Johannes Böing in der Tüshaus Mühle seine Abschiedsvorstellung.

Mit Wehmut im Herzen gab Johannes Böing in der Tüshaus Mühle seine Abschiedsvorstellung.

Mühle schafft Wiedersehen: 1995 begleiteten Anna Hense und Susanna Schönrock-Klenner ihre Kinder auf einem Klassenausflug. Damals war die Wassermühle noch sehr unrestauriert, es war nur zu erahnen, welch technisches Wunderwerk sich dort verbarg. „Die Führung damals ist mir noch gut in Erinnerung“, berichtet Anna Hense, „mit so viel Herzblut erzählte Herr Böing von seiner Arbeit, welche Pläne er noch umsetzen möchte, faszinierend.“ Als die beiden Frauen unabhängig voneinander von der Schließung der Mühle lasen, beschlossen sie, die Gelegenheit wahrzunehmen, sich von der Umsetzung der Visionen des Müllers noch einmal zu überzeugen. Ein zufälliges Wiedersehen nach so vielen Jahren. Mühle schafft Begeisterung: Sein jüngster Besucher Jakob ist drei Jahre alt, er freute sich schon die ganze Woche auf „seine“ Wassermühle. „Die Räder drehen sich immer ’rum, das ist toll. Und das Wasser auch“, strahlte der Kleine, der nicht so an den technischen Details interessiert war, sondern lieber alles ganz genau erkunden wollte. Eine wachsende Begeisterung in so jungen Jahren.

Mühle schafft Verbundenheit: Thomas Gerling und Manfred Loick wollen ein Signal setzen, dass es mit dem Deutener Denkmal weitergeht. Gerling verbindet seine Kindheit mit Tüshaus, sein Vater arbeitete in der damaligen Schnapsbrennerei, er ist auf der Mühle groß geworden. Loick verbindet eine tiefe private Leidenschaft, unabhängig von seiner Arbeit beim hiesigen Kulturamt. Der Grundstein für eine Nachfolgeregelung ist gesetzt, nun suchen die beiden engagierte Helfer aus den verschiedensten Berufszweigen, die sich der alten Mühle annehmen. „Jeder kann seine Begeisterung hineinbringen, jede Führung hätte einen anderen Schwerpunkt, unsere Mühle hat viel zu bieten“, so Loick. Eine nachhaltige Verbundenheit in den kommenden Jahren.

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