Nach der BEV-Pleite: Das müssen Stromkunden aus Dorsten jetzt wissen

mlzStrom- und Gasversorgung

Die Bayerische Energieversorgungsgesellschaft (BEV) hat Insolvenz angemeldet. Stromkunden aus Dorsten werden zwar nicht im Dunkeln sitzen, aber Eile ist jetzt trotzdem geboten.

Dorsten

, 01.02.2019, 13:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Strom- und Gasversorgung ist auch weiterhin rechtlich gesichert“, sagt die Leiterin der Dorstener Verbraucherzentrale, Ruth Pettenpohl. „Dafür ist in Dorsten der örtliche Versorger innogy zuständig.“ Ruth Pettenpohl weiß von mindestens 15 Dorstenern, die Kunden bei der BEV waren. Denn sie hatten sich in der Vergangenheit hilfesuchend an die Verbraucherzentrale gewandt.

In Dorsten gab es immer wieder Beschwerden

„Die BEV hatte zum 1. Februar 2019 die Preise deutlich erhöht“, berichtet Ruth Pettenpohl. „Da wollten Kunden natürlich wissen, was sie tun können.“ In der Vergangenheit hatte es in Dorsten immer wieder Beschwerden gegeben, dass der Stromanbieter auf Kündigungsschreiben nicht reagiert, Einschreiben nicht angenommen und die versprochenen Sofortboni nicht ausgezahlt wurden. „Es hat sich auch jemand gemeldet, der 2018 deutlich weniger Strom verbraucht hat und 700 Euro zurückbekommen müsste“, so Pettenpohl. „Die BEV hat aber nicht reagiert.“

Über das Geschäftsgebaren des 2013 gegründeten Unternehmens hatte es laut Medienberichten immer wieder Kundenbeschwerden gegeben. Bundesweit sollen Kunden unter anderem erst mit günstigen Preisen gelockt worden sein, bevor BEV dann die Preise massiv erhöhte. Laut „Wirtschaftswoche“ war in der Folge das Geschäftsmodell wegen zu hoher Kündigungsquoten in Schieflage geraten.

„Verträge der Form halber kündigen“

Nach der Insolvenz ist es nach Angaben von Ruth Pettenpohl wichtig, „dass die Kunden keine Strom- oder Gasabschläge mehr zahlen und den Vertrag der Form halber kündigen sollten. Daher ist Eile geboten!“

Die Bundesnetzagentur hatte Anfang des Jahres ein Aufsichtsverfahren gegen den Energieversorger eingeleitet. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) hatte noch in der vergangenen Woche bei dem Unternehmen ein „rechtstreues Verhalten“ eingefordert. Nun mahnte Aiwanger, die Kunden müssten „zeitnah und transparent über die Situation und ihre Rechte informiert werden“.

(mit Material von dpa)

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