Nach den bewaffneten Raubüberfällen in Supermärkten: So schützen sich die Geschäfte

mlzRaubserie in Supermärkten

Die wiederholten Überfälle auf Supermärkte haben Angestellte und Kunden verängstigt. Ein Tatverdächtiger sitzt in Untersuchungshaft. Das Sicherheitsgefühl vieler ist nachhaltig erschüttert.

Dorsten

, 19.12.2019, 19:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Rewe, dm, Penny und Edeka in Dorsten haben eines gemeinsam: Sie haben eine Überfallserie zwischen Mai und Dezember 2019 erlebt. Daraus haben sie ihre Lehren gezogen und sich für etwaige Angriffe aus dem Nichts gewappnet.

Seit der Überfallserie auf die Geschäfte sind Kunden ausgeblieben, Angestellte verängstigt. „Das wollten die Geschäftsführer der Läden ändern. Zunächst hat uns Edeka Weierstahl engagiert, dann aber auch Rewe Kornhof, dm und Penny an der Händelstraße“, sagt Dennis Recksing.

Firma ist auf Objektschutz spezialisiert

Recksing ist Inhaber einer Dorstener Wachschutzgesellschaft. „Unser Familienunternehmen ist seit Langem hier ansässig“, sagt er. Seine Firma habe sich auf den Objektschutz spezialisiert. Und fährt vor den Supermärkten mit Einverständnis und im Auftrag der Inhaber jetzt „schwere Geschütze“ auf.

„Unsere Autos sehen Polizeiautos sehr ähnlich und wir stellen sie in unmittelbarer Nähe der Geschäftseingänge ab“, so Recksing. Seine Mitarbeiter tragen Uniform und seien in der Lage, die Menschen in den Märkten und auch sich selbst zu schützen. Und sie hätten einen geschulten Blick. Vor allem für Personen, die Böses im Schilde führen. Seine Männer stünden vor den Ein- und Ausgängen.

„Das kommt gut an“, hat Recksing in Gesprächen mit Angestellten und Kunden festgestellt. Kunden hätten ihm gesagt: „Gut, dass ihr da seid“ und „Jetzt kann meine Frau ja wieder alleine vorbeikommen, sie hatte solche Angst, spätabends noch einzukaufen.“ Und auch die Angestellten fühlten sich besser, seitdem seine Leute präsent seien.

Der zweite Täter ist noch auf freiem Fuß

Von Edeka weiß Recksing, dass der zweite Täter wohl noch nicht gefasst sei: „Die Beschreibung passt nicht auf den Mann, der jetzt im Gefängnis sitzt“, hat Recksing erfahren. Deshalb seien alle Beteiligten besonders wachsam und sehr interessiert, dass der Wachschutz anhält.

Der 33-jährige Dorstener, der für acht von zwölf Überfällen von den Ermittlern verantwortlich gemacht wird und jetzt in Untersuchungshaft sitzt, ist für Polizei und Staatsanwaltschaft kein unbeschriebenes Blatt. „Er ist nicht unerheblich vorbestraft“, sagt Pressestaatsanwältin Anette Milk auf unsere Anfrage. Wegen Vermögensdelikten sei er vor längerer Zeit verurteilt worden.

Gerichte bestrafen Raub und räuberische Erpressung hart

Schwerer Raub oder schwere räuberische Erpressung werden dem Mann nach der Serie in Dorsten angelastet. Und solche Vergehen werden von den Gerichten hart bestraft: Mit Freiheitsstrafen zwischen einem und 15 Jahren. Die Drohung oder gar der Gebrauch einer Schusswaffe führen dazu, dass ein Täter nicht unter fünf Jahren Haft davonkommt.

Die Staatsanwaltschaft Essen ermittelt weiter, eine Anklage muss spätestens nach einem halben Jahr der Inhaftierung des Mannes stehen, sonst muss das Gericht den Tatverdächtigen aus der Untersuchungshaft entlassen. Das sieht das Gesetz so vor.

Lesen Sie jetzt