Die Ideenschmiede Hardt verwandelt einen ehemaligen Spielplatz in eine Schmetterlingsoase. © privat
Öko-Projekt

Naturstadt Dorsten blüht gerade an vielen Stellen auf

Dorsten blüht auf. Auf mehreren Flächen entstehen derzeit Naturoasen, die nicht nur Insekten erfreuen sollen. Die Stadt setzt dabei vor allem auf ehrenamtliches Engagement.

Die Rosensorte trägt den schönen Namen „Mozart“. Das alleine lässt schon vermuten, dass sich hinter diesem Projekt etwas Künstlerisches verbirgt. Und richtig: Brigitte Stüwe plant auf der kleinen Wiese am Westwall eine Lesung.

„For the roses“ ist der Titel der Veranstaltung am 18. Juni. „Von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang“ möchte Brigitte Stüwe an diesem Tag gemeinsam mit einigen Unterstützern Naturlyrik lesen – „wenn es die Corona-Pandemie zulässt“. Wildrosen und passende Stauden sind vor zwei Wochen gepflanzt worden und werden derzeit fleißig gegossen. „Das Gelände soll Vögeln und Insekten nach einiger Zeit Schutz und Nahrung bieten“, sagt Brigitte Stüwe, „zugleich aber auch ab dem zweiten Standjahr mit ihrer Blütenpracht erfreuen.“

Brigtte Stüwe kümmert sich um die Rosenoase am Westwall und will dort bald auch eine Lesung veranstalten. © privat © privat

Die Rosenoase am Rande der Innenstadt ist eine von mehreren Ideen, die derzeit umgesetzt werden. Als einer von 40 Preisträgern war Dorsten im Herbst des letzten Jahres beim Bundeswettbewerb „Naturstadt – Kommunen schaffen Vielfalt“ ausgezeichnet worden. Das Preisgeld von 25.000 Euro wird nun in verschiedene naturnahe und nachhaltige Projekte investiert.

Schmetterlingsoase und neues Straßengrün

So verwandelt die Ideenschmiede Hardt gerade den ehemaligen Spielplatz an der Overbergstraße in eine Schmetterlingsoase. Fast 30 verschiedene Stauden und Gehölze sollen die Insekten in Zukunft anlocken. Der Verkehrsverein Dorsten wiederum hat in den letzten Tagen Storchschnabel, Rosmarin, Johanniskraut und andere Blühsträucher auf zwei kleineren Flächen an der Klosterstraße angepflanzt.

Der Verkehrsverein hat zwei Flächen an der Klosterstraße bepflanzt © privat © privat

Auch der Bürgerparkverein Maria Lindenhof und der Kunstverein Virtuell-Visuell sind mit von der Partie, die Ideenfabrik Stadtsfeld hat bereits 47 Nistkästen aufgehängt. So soll sich eines Tages ein grünes Band durch den Süden der Stadt ziehen. Stadtplanerin Mila Ellee hofft, dass viele Menschen sich an der Pflege der Flächen beteiligen, damit sie keine Eintagsfliegen sind.

Über den Autor
Redaktionsleiter in Dorsten
Veränderungen gab es immer, doch nie waren sie so gravierend. Und nie so spannend. Die Digitalisierung ist für mich auch eine Chance. Meine journalistischen Grundsätze gelten weiterhin, mein Bauchgefühl bleibt wichtig, aber ich weiß nun, ob es mich nicht trügt. Das sagen mir Datenanalysten. Ich berichte also über das, was Menschen wirklich bewegt.
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Stefan Diebäcker
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