Neue Schule Dorsten bekommt den IQ-Preis - das ist besonders

mlzNeue Schule Dorsten

Die Neue Schule ist noch nicht lange am Start und doch schon ganz besonders. Der Mensaverein, ein Verein für hochbegabte Menschen, verlieh der Schule am Freitag den IQ-Preis 2020.

Dorsten

, 01.11.2020, 15:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Neue Schule Dorsten ist vielseitig - sie lässt kein Kind links liegen. Auch hochbegabte Kinder kommen zum Zug. Das hat nun auch der Mensa-Verein Deutschland erkannt. Der Verein zeichnete die Dorstener Sekundarschule, die eine der Talentschulen NRW ist, am Freitag (30.10.) mit dem IQ-Preis 2020 aus.

Eigentlich sollte der Preis im April beim großen Galaabend des 15.000 Mitglieder zählenden Mensa-Vereins überreicht werden. Corona machte diesen Plan aber zunichte.

Jedes Kind kann entsprechend seiner Begabung lernen

„An der Neuen Schule Dorsten kann jedes Kind, seinen Leistungen und seiner Begabung entsprechend, den für sich besten Bildungsabschluss erreichen, und es ergeben sich sehr individuelle Wege zur Vorbereitung auf das Studium oder den Beruf“, hat der Mensaverein festgestellt. Das Abitur könne sowohl in acht als auch neun Jahren erreicht werden. Lehrerinnen und Lehrer gestalteten den Unterricht so, dass den Kindern und Jugendlichen zielorientiert viel zugetraut und auch Verantwortung an sie übertragen wird.

Konzept HerausForderung für hochbegabte Kinder

Die Neue Schule Dorsten bietet vor Beginn der 5. Klasse einen CFT 20-R bzw. IQ-Test an. Kinder mit einem Wert von über 120 werden in die Begabtenförderung der Schule aufgenommen. „Der Test ist kultur- und sprachfrei“, erklärt Lehrerin Dr. Stefanie Marzian. So will die Neue Schule Chancengerechtigkeit herstellen. Neulich habe ein Junge, der erst seit drei Monaten in Deutschland lebt, den Test überdurchschnittlich gut abgeschlossen. Er wird nun in Mathe, Deutsch und Englisch mit anderen Kindern seines Alters mit überdurchschnittlicher kognitiver Begabung unterrichtet.

Das Konzept HerausForderung beschreitet den „sechsten Bildungsgang“, wie Stefanie Marzian erklärt, indem Themen über das gymnasiale Niveau hinaus anhand komplexer Fragestellungen und auf einem adäquaten Niveau bearbeitet werden. „Inklusion hört am Gymnasium auf. Begabtenförderung ist ein blinder Fleck in unserem Schulsystem“, weiß Marzian.

Hochbegabung ist wie Laufen in zu kleinen Schuhen

Ein Drittel der hochbegabten Kinder habe eine Hauptschul-Empfehlung. Der Grund sei, dass Kinder Strategien entwickelten, um im Schulsystem zu funktionieren. Das könne Träumen sein, Leistungsanpassung oder gar Aggressivität.

Monika Schumann, Mutter eines hochbegabten Schülers, schlug die Neue Schule deshalb auch für den Preis vor. „Sie sagte zu uns, dass sie dankbar sei, endlich ein Kind zu haben, das gerne zur Schule geht“, so Lehrerin Daniela Kasche.

Hochbegabung sei wie Laufen in zu kleinen Schuhen. „Es gibt das große Mittelfeld bei Schuhen für Frauen. Wer Größe 34 braucht oder 42, der hat ein Problem“, meint Marzian. Übertragen auf das Schulsystem würden Menschen mit Schuhgröße 34 durch Sonderpädagogen und spezielles Unterrichtsmaterial gefördert. Ist der Fuß aber zu groß, gebe es bisher kaum Alternativen als einen zu kleinen Schuh zu tragen.

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