Die Künstlerin Claudia Piepenbrock ist Preisträgerin des 8. Tisa-Preises. © picture alliance / dpa
Kunstpreis

Neue Trägerin des mit 5000 Euro dotierten Tisa-Kunstpreises steht fest

Unter 139 Bewerbungen musste sich in Dorsten die Jury des Tisa-Kunstpreises entscheiden. Am Ende fiel die Wahl einstimmig auf die in Bremen lebende Künstlerin Claudia Piepenbrock (30).

Die Jury hatte es nicht leicht: Auf langen Tischreihen lagen am Dienstag in zwei Räumen des neuen Tisa-Archivs auf dem ehemaligen Zechengelände in Dorsten die Mappen der Künstlerinnen und Künstler, die sich für die 8. Ausgabe des renommierten Tisa-Preises beworben hatten. „Insgesamt 139 Einsendungen“, freute sich Kuratoriumsvorsitzender Dr. Heinz-Werner Voß (Tisa-Stiftung) über die gute Beteiligung.

Sechs-Stunden-Sitzung

Fast sechs Stunden nahm sich die Jury Zeit, um alle Arbeiten zu sichten und dann in drei Runden ihre Favoritin festzulegen. Dr. Nico Anklam (Kunsthalle Recklinghausen), Sandra Badelt (Bergbaumuseum Bochum), Dr. Rüdiger Fenne (stellvertretender Kuratoriumsvorsitzender der Tisa-Stiftung), Antonia Low (Preisträgerin des 6. Tisa-Preises, Professorin an der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart) und Dr. Susanne Meyer-Büser (Kunstsammlung NRW, Düsseldorf) entschieden sich am Ende der Sitzung einstimmig für die in Bremen lebende Claudia Piepenbrock (30) als neue Trägerin des von der Tisa-Stiftung ausgelobten und mit 5.000 Euro dotierten Preises.

Claudia Piepenbrock ist damit Nachfolgerin von Johanna Tiedtke, der 2017 der Preis verliehen wurde. „Die Arbeiten der Künstlerin stachen für alle Jurymitglieder formal und inhaltlich heraus“, erklärt Ingrid Sommer-Brinkamp. Als sie Claudia Piepenbrock die freudige Nachricht telefonisch übermittelte, meldete sie sich aus Russland“, erzählt die Geschäftsführerin der Tisa-Stiftung.

„Die Arbeiten sind skulptural schlüssig im Einsatz ihrer unterschiedlichen Materialien“, heißt es in der Jury-Begründung. „Die Rauminstallationen und skulpturalen Arbeiten der Künstlerin haben Titel oder nutzen Elemente, die an (Schwer)Industrie oder an Technik erinnern. Sie laden den Menschen nicht nur zum Sehen ein, sondern auch zum Begehen, Umrunden, Sitzen oder sogar zum Anfassen ein.“

Die Jury des Tisa-Preises mit einem Teil der Bewerbungsmappen.
Die Jury des Tisa-Preises mit einem Teil der Bewerbungsmappen © Michael Klein © Michael Klein

Claudia Piepenbrock, 1990 in Paderborn geboren, hat 2015 ihr Diplom an der Bremer Hochschule der Künste absolviert, war dort Meisterschülerin und zeigte vor einem Jahr eine viel beachtete institutionelle Einzelausstellung im Gerhard-Marcks-Haus in Bremen.

„Ihre Arbeiten brauchen den Menschen als Betrachter“, erklärt die Jury: „Sie erschließen sich erst durch ihn und seinen Umgang mit den Objekten und dem Raum. Die Änderung seines Blickwinkels, seine Assoziationen und seine auch haptischen Erfahrungen schaffen immer neue Bilder.“

Verleihung in Planung

Sobald sich wieder eine uneingeschränkte Kommunikation mit der Künstlerin organisieren lässt, wird die Stiftung alle Planungen für die Preisverleihung und die Vorstellung der Künstlerin in Dorsten angehen. „Die Stiftung ist schon sehr gespannt, wie die Arbeiten der Künstlerin in den neuen Ausstellungsräumen im Tisa-Archiv wirken“, so Ingrid Sommer-Brinkamp.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Geboren 1961 in Dorsten. Hier auch aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach erfolgreich abgebrochenem Studium in Münster und Marburg und lang-jährigem Aufenthalt in der Wahlheimat Bochum nach Dorsten zurückgekehrt. Jazz-Fan mit großem Interesse an kulturellen Themen und an der Stadtentwicklung Dorstens.
Zur Autorenseite
Michael Klein

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.