Eine Fahrspur zwischen Gemeindedreieck und Einmündung ist während der Baustellenphase auf der Kanalbrücke als Rettungsweg nur für Einsatzfahrzeuge frei gehalten worden. © Guido Bludau
Innenstadt-Baustelle

Nicht auf Notfallspur: Rettungskräfte hingen vor Baustelle im Stau

Wegen der Baustelle an der Kanalbrücke mitten in Dorsten gibt es dort eine Rettungsspur, damit Notfalldienste nicht im Stau stehen müssen. Das klappt eigentlich bestens - aber nicht immer.

Als Bernd Schwane kürzlich in Höhe des Freizeitbades „Atlantis“ wegen der Kanalbrücken-Baustelle auf der Fahrbahn der Borkener Straße (B 224) Richtung Stadt im Stau stand, bemerkte er im Rückspiegel Unruhe unter seinen Hinterleuten.

„Ein Rettungswagen blinkte sich da mit Blaulicht und Alarm kreuz und quer durch, kam aber wegen der hohen Bordsteine kaum an den anderen Autos vorbei“, erzählte der CDU-Fraktionschef in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses.

„Habe mich sehr gewundert“

„Ich habe mich sehr gewundert, dass er da überhaupt lang gefahren ist“, meinte er. Denn nebenan wurde doch extra eine Rettungsspur nur für Feuerwehr, Krankenwagen und Polizei eingerichtet.

Bürgermeister Tobias Stockhoff konnte es sich nur so erklären, dass die Besatzung des Wagens ortsfremd gewesen sei. „In Dorsten kommen ja auch mal Rettungsdienste aus anderen Städten zum Einsatz.“

„Bislang nichts Negatives gehört“

Olaf Kliem, der als Vertreter der Dorstener Hauptfeuerwache bei der Baustellen-Koordination dabei ist, betont: „Unsere Leute sind jedenfalls angehalten, mir sofort eine Rückmeldung zu geben, wenn es Komplikationen gibt“, erklärt er. „Doch ich habe bislang nichts Negatives gehört, dass jemand falsch unterwegs gewesen ist.“

Die Fahrspur Richtung Stadt wurde wegen der Bauarbeiten an der Kanalbrücke verengt, deswegen staut sich davor zu Hauptverkehrszeiten der Durchgangsverkehr.
Die Fahrspur Richtung Stadt wurde wegen der Bauarbeiten an der Kanalbrücke verengt, deswegen staut sich davor zu Hauptverkehrszeiten der Durchgangsverkehr. © Michael Klein © Michael Klein

Seit Ende Oktober sind Baustelle und Rettungspur eingerichtet, seitdem wurde sie schon häufig genutzt, zuletzt etwa beim Großeinsatz wegen des Brandes am Hochhauses am Westwall. Wie oft insgesamt? „Darüber führen wir keine Statistik“, so Kliem.

Nur im Alarmfall erlaubt

Er betont, dass Rettungsfahrzeuge nur im Alarmfall die Notfallspur befahren dürfen. „Und nicht etwa dann, um ohne Einsatzbefehl schneller vorankommen zu können.“ Denn immerhin geht die Benutzung mit Sonderrechten einher. „Um von der anderen Seite des Gemeindreiecks in den Rettungsweg einfahren zu können, müssen wir zum Teil auf die Gegenverkehrspur“, nennt er ein Beispiel.

In der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses stellte ein Politiker die Frage, wie man verhindere, dass sich Einsatzfahrzeuge auf dem einspurigen Rettungsweg begegnen und gegenseitig blockieren.

Des Rätsels Lösung: Die Spur ist nur in Richtung Innenstadt freigegeben. Grund: Da sich die Hauptfeuerwache samt ärztlichem Rettungsdienst nördlich von Lippe und Kanal befindet und das Krankenhaus südlich davon, ist dies die Hauptrichtung für die Einsatzkräfte. Zusammenstöße sind also ausgeschlossen.

Ampelvorrangschaltung

Olaf Kliem sagt in dem Zusammenhang, dass die Rettungskräfte in Richtung Stadt von ihren Fahrzeugen aus eine Ampelvorrangschaltung betätigen können. „Dann haben wir Grünlicht und der Verkehr in den Zufahrtstraßen hat Rot.“

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Geboren 1961 in Dorsten. Hier auch aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach erfolgreich abgebrochenem Studium in Münster und Marburg und lang-jährigem Aufenthalt in der Wahlheimat Bochum nach Dorsten zurückgekehrt. Jazz-Fan mit großem Interesse an kulturellen Themen und an der Stadtentwicklung Dorstens.
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Michael Klein

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