Nicht jeder Altkleider-Container ist gemeinnützig

Wir suchen Hinweise

Es ist ein böses Spiel mit der Gutmütigkeit der Bürger: Im Stadtgebiet tauchen immer wieder Altkleider-Container auf, die einen gewerblichen Hintergrund haben. Sie sehen den Behältern der gemeinnützigen Organisationen nicht nur täuschend ähnlich, sondern werden teilweise auch "wild" aufgestellt. Wenn Sie wissen, wo solche "wild" aufgestellten Container stehen, geben Sie uns einen Hinweis über unser Formular.

DORSTEN

von Von Maren Volkmann

, 18.10.2011, 17:05 Uhr / Lesedauer: 2 min
<p>Nicht gerade vertrauenserweckend: Bei diesem Container an der Kreuzung Zur Reithalle/Kiebitzweg in Lembeck ist die Aufschrift nur provisorisch aufgeklebt. <p></p>

<p>Nicht gerade vertrauenserweckend: Bei diesem Container an der Kreuzung Zur Reithalle/Kiebitzweg in Lembeck ist die Aufschrift nur provisorisch aufgeklebt. <p></p>

Anke Aufleger vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) kennt das Problem. Der Verein hat selbst Altkleider-Container im Stadtgebiet stehen. Immer wieder kommen Anrufe von Bürgern, die die DRK-Container mit den illegalen Behältern verwechseln. Wenn diese dann nicht geleert werden, beschweren sich Bürger beim DRK - sind damit aber an der falschen Adresse.

"Diese illegalen Container sehen unseren optisch sehr ähnlich", sagt Anke Aufleger. Manchmal seien sie sogar mit einem roten Kreuz - dem Logo des DRK - beklebt, um die Bürger zu täuschen. "Die Gutgläubigkeit der Bürger wird ausgenutzt, das ist natürlich nicht schön", sagt die DRK-Mitarbeiterin.Hinweise von Anwohnern

Auch Rolf Köllmann, Leiter des Ordnungsamts, weiß um diese Methoden. Werden Container ohne Genehmigung auf öffentliche Flächen aufgestellt, versucht das Ordnungsamt zunächst, herauszubekommen, wer dahinter steckt. Das ist jedoch meist nicht möglich, da keine Telefonnummer auf den Containern vermerkt ist.

"Manchmal bekommen wir Hinweise von Anwohnern, die sich das Kennzeichen des Autos, mit dem der Behälter angeliefert wurde, notiert haben", sagt Rolf Köllmann. Ist das nicht der Fall, lässt das Ordnungsamt die illegalen Altkleider-Container von der "Dorstener Arbeit" sicherstellen. Bedeutet: Deren Mitarbeiter holen den Behälter ab und geben ihn später weiter für einen gemeinnützigen Zweck.

Und wenn sich der Besitzer des illegal aufgestellten Containers meldet? "Dann muss er sich erklären", sagt Rolf Köllmann. Meist folgt dann ein Bußgeld - "kleine Beträge unter 100 Euro", so Köllmann.

Das Ordnungsamt ist allerdings nur zuständig, wenn Container auf öffentlichen Grundstücken aufgestellt werden. Was auf privatem Grund passiert - darauf hat das Amt keinen Einfluss. Das wissen natürlich auch die dubiosen Firmen, die illegal Container zu kommerziellen Zwecken aufstellen. Häufig dort, wo sich niemand so wirklich zuständig fühlt. Laut Köllmann handelt es sich dabei um "ganz viele Firmen, die bundesweit agieren". Er stellt klar: "Die etwa 50 Container, die im Stadtgebiet auf öffentlichem Grund stehen, haben alle einen gemeinnützigen Hintergrund." Auswärtige gewerbliche Anbieter werden vom Ordnungsamt gar nicht erst bedient. Um also sicher zu gehen, dass die Kleidung wirklich an eine gemeinnützige Organisation geht, sollte man sich den Container etwas genauer anschauen: Ist der Klarname (z.B. Deutsches Rotes Kreuz oder Humana) vermerkt? Ist eine (Dorstener) Telefonnummer angegeben? Eine weitere Möglichkeit ist es, direkt an eine Kleiderkammer zu spenden. "Da weiß man, dass die Sachen in die richtigen Hände kommen", so Rolf Köllmann.  

Lesen Sie jetzt