Tischler mahnt: Nistkästen richtig aufhängen, sonst schaden sie dem Eichenholz

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So viele Nistkästen gab es in Dorsten wohl selten. Dem Eichenprozessionsspinner sei Dank. Werden die Kästen mit den falschen Nägeln und Schrauben aufgehängt, schaden sie dem Eichenholz.

Dorsten

, 09.03.2020, 12:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Überall im Stadtgebiet haben die Dorstener in den vergangenen Monaten Nistkästen aufgehängt. Schon während des Winters haben diese eine wichtige Funktion erfüllt. Denn auch die wetterbeständigsten Tiere schätzen in kalten Zeiten eine warme Behausung.

Vielerorts sind die Nistkästen zudem mit der Idee verknüpft, möglichst viele Meisen anzulocken, damit die Vögel helfen, die nächste Eichenprozessionsspinner-Plage einzudämmen.

Auch in der Tischlerei von Thomas Görg sind zuletzt jede Menge Nistkästen entstanden. Der Holsterhausener Betrieb hat allein 100 Stück für den Allgemeinen Bürgerschützenverein Holsterhausen-Dorf gebaut. Tischlermeister Görg befürwortet die vielen Nistkästen-Initiativen ausdrücklich. Werden Sie falsch angebracht, können sie besonders an Eichen aber auch erheblichen Schaden verursachen.

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„Man sollte ausschließlich Schrauben und Nägel aus Edelstahl oder Aluminium verwenden“, sagt Thomas Görg. Stahlschrauben und -nägel würden das Holz nachhaltig schädigen. Grund ist der hohe Anteil an Gerbsäure im Eichenholz. Diese reagiert auf Stahl und Feuchtigkeit und sorgt für dunkelblaue Verfärbungen im Holz.

Verfärbtes Holz taugt nur noch als Brennholz

Das wertvolle Eichenholz, das wegen seiner Eigenschaften häufig im Bauwesen eingesetzt wird und prädestiniert ist für Möbel oder Parkettböden, eignet sich dann im Prinzip nur noch zum Verfeuern.

„Wenn die Generationen nach uns das Holz irgendwann einmal schlagen, ist es kein Nutzholz mehr, weil es für nichts mehr zu gebrauchen ist“, sagt Görg. Wer sich sich wegen zwei Edelstahl-Schrauben für einen Nistkasten nicht gleich eine Großpackung kaufen will, könne auch kurz in der Tischlerei an der Baldurstraße 60 vorbeischauen und sich Schrauben abholen.

Brutzeit der Gartenvögel hat begonnen

Der Beginn des meteorologischen Frühlings Anfang März ist zugleich auch der Startschuss für die Brutzeit vieler Gartenvögel. Der Nabu empfiehlt, neue Nistkästen möglichst bis Mitte März anzubringen. Danach sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass der Nistkasten in diesem Jahr auch noch genutzt wird. Wenngleich sich auch später zurückkehrende Zugvögel auch Anfang Mai noch über eine freistehende Bleibe freuen.

In diesem Jahr hätten die Vögel besonders früh mit der Brut begonnen, sagt Nabu-NRW-Sprecherin Birgit Königs. „Deshalb sollte man bestehende Nistkästen ab jetzt auch nicht mehr reinigen.“

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