Nordwestbahn bekommt wieder den Zuschlag für zwei Bahnstrecken durch Dorsten

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Die Nordwestbahn wird die Strecken zwischen Essen und Borken sowie zwischen Dorsten und Coesfeld wohl bis 2028 weiter betreiben. Für die Pendler in Dorsten gibt es eine positive Nachricht.

Dorsten

, 06.08.2019, 16:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Nordwestbahn wird auch über das Jahr 2021 hinaus die beiden Bahnstrecken Essen - Dorsten- Borken (RE 14) und Coesfeld-Dorsten (RB 45) betreiben.

Wie Sabine Tkatzik von der Pressestelle des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) in Gelsenkirchen auf Anfrage unserer Zeitung bestätigte, haben der VRR und der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) nach einem Ausschreibungsverfahren die beiden Strecken bis Dezember 2028 mit einem Volumen von jährlich etwa 1,5 Millionen Zugkilometern an die Nordwestbahn vergeben - sie war in dem Verfahren die einzige Bieterin.

In die Kritik geraten

Die Nordwestbahn war in den vergangenen Monaten auch in Dorsten schwer in die Kritik geraten, weil aufgrund von Personalmangel bei Triebwagenführern derzeit zahlreiche Verbindungen des „Oberhauseners“ (RB 44) und des „Coesfelders“ (RB 45) ausfallen und durch Busse ersetzt werden.

Deswegen hatte der VRR finanzielle Vertragsstrafen und eine Abmahnung ausgesprochen sowie einen Berater eingesetzt, der interne Abläufe bei der NWB unter die Lupe nehmen sollte. Der VRR sei deswegen nun sicher, so Pressesprecherin Sabine Tkatzik, dass die Nordwestbahn derzeit genügend Personalstamm aufbaut, um in Zukunft wieder einen reibungslosen Verkehr aufrechterhalten zu können.

„Engpass löst sich auf“

„Wir freuen uns, dass wir die Ausschreibung gewonnen haben“, erklärte NWB-Sprecherin Karin Punghorst zudem. Das Verkehrsunternehmen hat derzeit viele angehende Triebwagenführer in der Ausbildung, das sorge dafür, dass sich der personelle Engpass auf den Strecken RB 45 („Der Coesfelder“) bzw. RB 44 („Der Oberhausener“) schon bald auflösen werden. „Ab 1. September werden wir wieder regulär nach Fahrplan fahren.“

Nordwestbahn bekommt wieder den Zuschlag für zwei Bahnstrecken durch Dorsten

Zugführer Marc Michael Kluth ist selbst häufig auf der Strecke Essen-Borken unterwegs. Als Ausbildungslokführer leitet er die „Neuen“ auf der Strecke an. © Claudia Engel

Übrigens: Der neue Vertrag zwischen Nordwestbahn und VRR gilt zwar bis 2028, aber es gibt eine Ausstiegsklausel. „Wenn wir bis dahin einen Anbieter von innovativer Antriebstechnik finden, hätten wir die Möglichkeit, zum Dezember 2026 oder zum Dezember 2027 zu kündigen“, erklärt VRR-Pressesprecherin Sabine Tkatzik, dann würde es eine neue Ausschreibung geben.

Dieselloks ersetzen

Hintergrund: Die beiden Verkehrsverbünde VRR und NWL wollen die derzeit noch im Dienst stehenden Dieselloks durch Fahrzeuge mit anderen Antrieben ersetzen. Sie hatten bereits in der ersten Version der Ausschreibung für den RB 45 und RE 14 den Einsatz von wasserstoffbetriebenen Triebzügen mit Brennstoffzelle gefordert. Doch der erste Versuch scheiterte „aus wirtschaftlichen Gründen“, so die Pressesprecherin.

Spätestens in der Ausschreibung für die Zeit nach 2028 sollen den potenziellen Anbietern aber erneut Alternativ-Techniken zum Diesel (zum Beispiel Elektro-Antriebe) vorgeschrieben werden.

Ab Dezember 2019 wird die Linie RE 14 im Rahmen des neuen S-Bahn-Taktes montags bis samstags zwischen Essen und Dorsten im 30-Minuten-Takt verkehren und bis Essen-Steele verlängert werden. Dafür werden zwei weitere Fahrzeuge aus dem Konzernbestand eingesetzt. Im Gegenzug soll die bisherige Direktverbindung zwischen Dorsten und Oberhausen (RB 44) entfallen.
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