Dorstener Frauenhaus ist in Not - dagegen gibt es ein Mittel

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Das Dorstener Frauenhaus hilft Frauen in Not. Jetzt befindet es sich selbst in einer Notlage. Dagegen gibt es ein Mittel.

Dorsten

, 04.08.2019, 19:18 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Frauen helfen Frauen“ - das funktioniert seit mehr als 35 Jahren in Dorsten. Doch das Dorstener Frauenhaus, ein Schutzraum für Frauen, die vor ihren gewalttätigen Partnern geflüchtet sind, ist jetzt selbst in Not. „Wir brauchen dringend Geldspenden für Kleiderschränke“, sagt Frauenhaus-Teamleiterin Barbara Klaus-Krämer. 5.000 Euro sollen die neuen Schränke kosten. Das Geld hat das Frauenhaus-Team nicht.

Da trifft es sich gut, dass Bürgermeister Tobias Stockhoff und sein Radfahrerteam in die Partnerstadt Rybnik aufgebrochen sind und die Tour mit einer Bitte um Spenden für das Dorstener Frauenhaus verbunden haben. Normalerweise fließen Spenden ans Frauenhaus. Doch in letzter Zeit lässt der Spendenwille etwas nach. „Vom Gericht bekommen wir kaum noch den Zuschlag, dass Geldbußen an uns gezahlt werden sollen“, sagt Barbara Klaus-Krämer.

Wer den Spendenaufruf unterstützen möchte, kann eine Spende einzahlen auf ein Konto des Vereins „Dorsten dankt Dir“: Sparkasse Vest Recklinghausen (IBAN DE32 4265 0150 0090 2537 09) oder Vereinte Volksbank eG (IBAN DE98 4246 1435 0186 5524 00). Bitte als Stichwort „Frauenhaus“ angeben.

Das trifft die Frauen hart. Denn ungebrochen üben Männer Gewalt gegen Frauen und Kinder aus. Das zeigen die Belegungszahlen im Frauenhaus: „Wir sind immer gut belegt, aber im Juli war das Haus besonders voll“, so Klaus-Krämer. Allerdings sei die Verweildauer der Frauen und ihrer Kinder atypisch kurz gewesen. Ein Drehtüreffekt, den das Frauenhausteam gerne vermeiden möchte. „Zwei, drei Aufenthaltstage, dann überlegen es sich die Frauen anders und meinen, es noch einmal mit ihren Partnern versuchen zu müssen“, hat das Betreuungsteam beobachtet.

Der Raum ist knapp bemessen

Doch der Glaube an die Besserung des Partners währt erfahrungsgemäß nur kurz: „Die Frauen sind oft wenig später wieder bei uns.“ Im Juli musste das Dorstener Frauenhaus etliche Anfragen nach Unterbringung zurückweisen, weil es bis unters Dach ausgelastet war. 13 Betten stehen zur Verfügung - das ist knapp bemessener Raum für Frauen zwischen 25 und 40, die zumeist noch mit ihren Kindern kommen.

Dorstener Frauenhaus ist in Not - dagegen gibt es ein Mittel

Im Laden „Frauensachen“ können helfende Hände gebraucht werden: Ehrenamtliche sind jederzeit herzlich willkommen. © Claudia Engel

Weitere finanzielle Mittel fließen dem Frauenhaus auch aus dem Second-Hand-Laden „Frauensachen“ in der Ursulastraße 27 in Dorsten zu. Hier können Frauen gegen kleines Geld Kleidung erwerben. Oft genug kommen sie nur mit dem ins Frauenhaus, was sie am Körper tragen. Aber auch jede andere Besucherin wird in dem Fundus von „Frauensachen“ fündig. Spenderinnen sorgen dafür, dass die Regale stets gut gefüllt sind. „Wir könnten noch ehrenamtliche Helferinnen brauchen“, sagt Barbara Klaus-Krämer aus gegebenem Anlass. Wer Interesse hat, kann sich unter Tel. (02362) 4 10 55 melden.

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