Nur wenig Bürgerinteresse

Schermbeck Das Verlegen des ersten Bürgerforums im Rahmen der Fortschreibung des Gemeindeentwicklungsplanes in die Gaststätte Ramirez erwies sich als überflüssig.

12.09.2007, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die 86 Zuhörer, vornehmlich Politiker, die Dienstagabend kamen, um am Prozess der Meinungsbildung zur künftigen Entwicklung Schermbecks teilzunehmen, hätten das Begegnungszentrum nicht einmal zur Hälfte gefüllt.

Nach der Vorstellung grundsätzlicher Rahmenbedingungen der einzelnen Themenfelder durch die Moderatoren Thomas Scholle (plan-lokal) und Ralf Beckmann (Stadt + Handel) wurden Anregungen und Wünsche seitens der Zuhörerschaft vorgetragen.

Wohn-Infrastruktur

Themenfeld 1: Bevölkerung und Wohnen. Angeregt wurden altersgerechte Wohnungen und Wohnungen für junge Leute und Familien ebenso wie die Berücksichtigung, dass immer mehr Menschen in die Städte zurückziehen. Die Infrastruktur Schermbecks für ältere Menschen (ÖPNV, Fachärzte) wurde als mangelhaft bewertet. Mehrere Redner warnten vor der Ausweisung neuer Baugebiete, zumal von den 35 Hektar Bauland, die im letzten GEP ausgewiesen wurden, erst sieben Hektar einer Bebauung zugeführt worden sind. Eine stärkere Ausweisung von Wohnungen zwischen 60 bis 80 Quadratmetern wurde den Planern als Auftrag mit auf den Weg gegeben.

Soziale Infrastruktur

Themenfeld 2: Soziale Infrastruktur. Mit dem Ist-Zustand zeigte sich die Versammlung weitgehend zufrieden. Als kleinere Verbesserungen wurden die Förderung der ärztlichen Versorgung der Außenbezirke und die Beseitigung des Fachärztemangels im Ortskern vorgeschlagen. Holger Schoel verband seine Zufriedenheit mit der schulischen Versorgung Schermbecks mit dem Vorwurf, die Räume würden wegen Geldmangels der Kommune "allmählich vergammeln".

Einzelhandel

Themenfeld 3: Einzelhandel. Die Zuhörer ließen sich nicht zweimal bitten, sich zur Zufriedenheit mit der Einzelhandelsstruktur zu äußern. Mit dem Planer Ralf Beckmann war man sich einig, dass die Versorgung Schermbecks mit Gütern des täglichen Bedarfs ausreichend ist. Geschäfte des mittelfristigen Bedarfs würden jedoch in Schermbeck fehlen und zwängen die Bürger, so Beckmann, "in die Einkaufszentren mit ihrer positiven Ausstrahlung" auszuweichen. Mehrfach wurde auf die hohen Leerstände von Ladenlokalen auf der Mittelstraße hingewiesen.

Gestoppt werden solle zudem der Trend, leer stehende Geschäfte wie bislang mit Büroräumen oder Versicherungen zu füllen. Der anklingende Wunsch, die Mittelstraße für den Verkehr zu schließen, wurde von mehreren Rednern unterstützt; es gab allerdings auch Widerspruch aus den Reihen der Bürgerinitiative "GEGEN-VERKEHR". An dieser Stelle war die Überleitung zum letzten Themenfeld gegeben.

Verkehr

Themenfeld 4: Mobilität und Verkehr. Bemängelt wurde, dass viele der Vorschläge aus dem GEP 1997 bis heute nicht umgesetzt seien. Schlechte Noten gab es für den ÖPNV, und zwar bezüglich der Anbindung an die Kreisstadt Wesel und des Zustands der Haltestellen, wo häufig Fahrpläne fehlten oder veraltet seien. Auch der innerörtliche öffentliche Nahverkehr sei äußerst dürftig. Für eine Schließung der Mittelstraße sprachen sich mehrere Bürger aus. H.Sch.

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