Öffentlicher Machtkampf in der SPD: Zwei wollen in den Bundestag

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Für die nächste Bundestagswahl bringen sich zwei Kandidaten der SPD in Position - und das öffentlich, obwohl letztlich die Partei entscheidet. Wer wird das Rennen machen?

Dorsten

, 14.11.2020, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nach seiner knappen Niederlage bei der Landratswahl hat Michael Hübner neue Ambitionen. Der Landtagsabgeordnete aus Gladbeck möchte nächstes Jahr in den Bundestag, auch für Dorsten. Problem: Parteigenosse Michael Gerdes (Bottrop) möchte gar nicht weg aus Berlin.

Hübner hat sein Interesse jetzt öffentlich bekundet. „Ich bewerbe mich bei meiner Partei als Bundestagskandidat für die Städte Bottrop, Gladbeck und Dorsten“, schrieb er am Freitag (13.11.) auf Facebook. „Mein Stadtverband Gladbeck hat mich dafür einstimmig nominiert.“

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Hübner-Video in Dorsten aufgenommen

Ein Video zeigt Hübner vor dem Dorstener Zechengelände - auch das hat Bedeutung. Hübner braucht die Stimmen der Dorstener Sozialdemokraten bei der Delegiertenversammlung. Die halten sich noch bedeckt, es gilt aber als wahrscheinlich, dass sie eher für Hübner als für Gerdes sind. Der Gladbecker verspricht schon mal, dass er „für eine klare Kommunikation aus Berlin in unseren drei Städte – vor allem aber auch aus Bottrop, Gladbeck und Dorsten in unsere Bundeshauptstadt“ stehe.

Der Bottroper Michael Gerdes möchte gerne eine weitere Legislaturperiode in Berlin bleiben.

Der Bottroper Michael Gerdes möchte gerne eine weitere Legislaturperiode in Berlin bleiben. © privat

Ohne Widerspruch bleibt das nicht. Ausgerechnet Kontrahent Michael Gerdes, der den Wahlkreis seit einigen Jahren in Berlin vertritt, meldete sich bei Facebook zu Wort. „Lieber Michael, ich kann deinen Wunsch verstehen. Du hast hoffentlich Verständnis, dass ich weiterhin meine Arbeit in Berlin fortsetzen will.“

Gerdes listet wie zuvor Hübner eine Reihe von Themen auf, die ihm wichtig sind. „Ich hab noch viel zu tun. Deshalb kandidiere ich weiterhin.“ Grünes Licht aus Bottrop hat er erwartungsgemäß schon bekommen.

Was macht die CDU?

Bislang sind alle Bundestagswahlkreise im Kreis Recklinghausen in SPD-Hand gewesen, Gerdes gewann vor drei Jahren allerdings deutlich knapper als jemals zuvor. Die Kandidatenkür für die Bundestagswahl 2021 will der SPD-Kreisverband noch in diesem Jahr entscheiden.

Die CDU hält sich derweil noch bedeckt, was ihren Kandidaten für den „Dorstener Wahlkreis“ angeht. Hinter vorgehaltener Hand fällt allerdings immer wieder der Name Sven Volmering. Volmering war bereits eine Legislaturperiode in Berlin, scheiterte aber vor drei Jahren knapp an Gerdes und einem ungünstigen Listenplatz.

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