Die Kreuzkirche wird unter Denkmalschutz gestellt. © Guido Bludau
Evangelische Kirche

Offen und modern: Kirche in Dorsten wird unter Denkmalschutz gestellt

Mit einem Gotteshaus alter Prägung hat dieses Bauwerk in Dorsten nur wenig zu tun. Aber gerade deshalb wird eine evangelische Kirche jetzt unter Denkmalschutz gestellt.

Mit einem konventionellen Kirchen-Bauwerk hatte dieses Ensemble von Anfang nur wenig zu tun. Sollte es auch nicht. Denn das, was das Gelsenkirchener Architekten-Duo Wittig/Janowski in den frühen 1960er-Jahren für die damalige Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Hervest an der Straße „An der Landwehr“ entworfen hatte, war eine Abkehr von traditionellen Gotteshäusern. War vielmehr bewusste Hinwendung zu einer „progressiven“ Kirchenarchitektur infolge eines neuen Verständnisses darüber, wie moderne Gemeindearbeit auszusehen hat.

Ein kompakter Zentralbau mit schrägem Dach, beinahe skulpturartig liegt er an einem größeren Kirchplatz, der von einer baumbestandenen Grünfläche flankiert wird. Daneben und unabhängig vom eigentlichen Kirchengebäude ragt ein hoher Glockenturm unübersehbar in den Himmel.

Hervorragende Akustik

Innen ein muschelförmiger Altarraum, um den sich die Gemeinde scharen kann, sehr weiträumig und offen. Für unterschiedliche kirchliche und kulturelle Zwecke prädestiniert, vor allem für Konzerte wegen einer hervorragenden Akustik. Und das alles an dem Ort, wo 1923 der kriegszerstörte Vorgänger-Bau und dann eine Notkirche stand.

Die Kreuzkirche von innen, auch die Kirchenbänke stehen unter Denkmalschutz.
Die Kreuzkirche von innen, auch die Kirchenbänke stehen unter Denkmalschutz. © Guido Bludau © Guido Bludau

Jetzt wurde das Kirchengebäude wegen seiner herausragenden architektonischen Besonderheiten innen (Wandgestaltung, Kirchenbänke, Breil-Orgel, raumhohe Glasmembrane und die Stahlbeton-Empore) wie außen auf Betreiben der Denkmalbehörde des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe unter Denkmalschutz gestellt.

Ein Teil der Außen-Freifläche gehört dazu, denn die Denkmalschutzbegründung bezieht sich auch auf die städtebauliche Einbindung des Ensembles. Nicht dazu gehören die übrige Ausstattung, die nachträglich eingebaute Altarwand sowie die beiden Nebengebäude (An der Landwehr 63, Glück-Auf-Straße 8).

Kompromissbereite Behörde

Auch der Dorstener Umwelt-und Planungsausschuss gab inzwischen grünes Licht, das Gebäude in die städtische Denkmalliste eintragen zu lassen. „Wir begrüßen dies sehr“, so Pfarrer Michael Laage (Evangelische Kirchengemeinde Hervest-Wulfen). Zumal die Denkmalbehörde sich kompromissbereit gezeigt habe.

Der Glockenturm und das markante Dach der Kirche. © Guido Bludau © Guido Bludau

So seien größere Teile des Vorplatzbereiches aus der Denkmalwürdigkeit herausgenommen worden, wichtig für die aktuellen Umbaupläne der Diakonie für das ehemalige Paul-Gerhardt-Haus und angrenzende Gebäude.

Zudem dürfe die Kirchengemeinde die marode alte Sakristei abreißen und – sobald die Finanzierung gesichert ist – den von ihr gewünschten Anbau verwirklichen, der mit der Kreuzkirche verbunden ist.


In ihm sollen um die 40 Personen Platz finden, vor allem aus den Gemeindegruppen. „Seitdem das Paul-Gerhardt-Haus zur Kita umgebaut wird, haben wir aktuell keinen eigenen Versammlungsraum“, so Laage.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Geboren 1961 in Dorsten. Hier auch aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach erfolgreich abgebrochenem Studium in Münster und Marburg und lang-jährigem Aufenthalt in der Wahlheimat Bochum nach Dorsten zurückgekehrt. Jazz-Fan mit großem Interesse an kulturellen Themen und an der Stadtentwicklung Dorstens.
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Michael Klein

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