Manche Autofahrer versuchen derzeit auf dem Aldi-Parkplatz Sensoren auszutricksen, die noch gar nicht in Betrieb sind. © Ralf Pieper
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Park-Chaos bei Aldi wegen Sensoren, die noch gar nicht in Betrieb sind

Auf einem Aldi-Parkplatz in Dorsten sind Autofahrer sehr fantasievoll, um die Park-Sensoren auszutricksen. Dabei sind die Elektronik-Wächter noch gar nicht in Betrieb. Bald aber wird‘s teuer.

Rudi Haller ärgert sich maßlos über das, was er vor wenigen Tagen an der Zechenstraße erlebt hat. „Es mag ja das gute Recht von Aldi sein, die Parkdauer seiner Kunden zu überwachen. Aber dass die Feuerwehrstellfläche zugeparkt wird oder Autofahrer an der Ausfahrt auf den Parkplatz fahren, kontrolliert niemand.“

Sensoren sind noch gar nicht „scharf“

Auf dem Parkplatz von Aldi Nord in Hervest überwachen Sensoren die Parkdauer. Wer mehr als eine Stunde dort seinen Wagen abstellt, muss mit einem Knöllchen rechnen. Allein die Ankündigung des Discounters sorgte vor einigen Wochen für viel Unmut. Seitdem versuchen findige Autofahrer, die Geräte auf dem Asphalt auszutricksen. Allerdings: Sie sind noch gar nicht in Betrieb.

Der beliebte Parkplatz wurde in der Vergangenheit auch gerne von Besuchern des benachbarten Creativ-Quartiers Fürst Leopold genutzt. Rudi Haller hat dort vor einigen Tagen geparkt, weil er mit seiner Frau ein Eis essen wollte. Da war allerdings Christi Himmelfahrt und der Discounter geschlossen.

Wer künftig zu lange parkt, für den könnte es teuer werden.
Wer künftig zu lange parkt, für den könnte es teuer werden. © Ralf Pieper © Ralf Pieper

Um dem „massiven Fremdparkerproblem“ entgegenzuwirken, arbeitet Aldi Nord künftig mit dem Dienstleister Safe Place zusammen. „Für andere Flächen abseits unserer Parkplätze sind die Servicemitarbeiter nicht zuständig“, sagte Aldi-Sprecher Dennis Boczek auf Anfrage. Der Discounter verdiene kein Geld mit der Überwachung und sei auch prozentual nicht an den erhobenen Vertragsstrafen beteiligt.

„Sensoren-Knöllchen“ sind teuer

Was der Aldi-Sprecher verschweigt: Die Park-Sensoren sind überhaupt noch nicht in Betrieb, teilweise sogar noch nicht installiert. Trotzdem versuchen die Autofahrer sie zu umgehen, parken an anderen Stellen oder zwischen den Sensoren und blockieren dann zwei Stellplätze.

„Das werden wir ab 31. Mai ahnden“, kündigt Fabian Bertelsmeier, Sprecher von Safe Place, an. Ein „Sensoren-Knöllchen“ kostet 24,90 Euro, Bertelsmeier findet das „moderat“. Andere Unternehmen kassierten bis zu 40 Euro, sagt er. Das Unternehmen bezeichnet sich auf seiner Homepage (www.safe-place.com) als fair, die Vertragsstrafen seien kundenfreundlich. Und es gebe ja ausreichend Beschilderungen.

Aldi-Kunden, die nach einer Stunde noch nicht zurück am Auto sind, weil sie lange in der Schlange vor der Kasse standen, können aber laut Bertelsmeier auf Milde hoffen „Wenn sie mit der Uhrzeit auf dem Kassenbon nachweisen, dass sie erst wenige Minuten nach Ablauf der Parkzeit aus dem Laden kommen konnten, wird der Zahlungsbescheid gelöscht.“

Laut Aldi geht es schließlich darum, „unseren Kundinnen und Kunden während der gesamten Öffnungszeit einen schnellen und bequemen Einkauf sowie ausreichend Parkraum zu bieten“.

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Redaktionsleiter in Dorsten
Veränderungen gab es immer, doch nie waren sie so gravierend. Und nie so spannend. Die Digitalisierung ist für mich auch eine Chance. Meine journalistischen Grundsätze gelten weiterhin, mein Bauchgefühl bleibt wichtig, aber ich weiß nun, ob es mich nicht trügt. Das sagen mir Datenanalysten. Ich berichte also über das, was Menschen wirklich bewegt.
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Stefan Diebäcker
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