Wolf-Dietrich Rienäcker wird am Dienstag (15.12.) 80 Jahre alt. © Helmut Scheffler
Wolf-Dietrich Rienäcker

Pfarrer, Künstler, Brückenbauer: Wolf-Dietrich Rienäcker wird 80

Über Jahrzehnte prägte er die Gemeindearbeit in Holsterhausen sowie Dorstens Partnerschaft zu Newtownabbey. Am Dienstag (15.12.) wird der Schermbecker Wolf-Dietrich Rienäcker 80 Jahre alt.

Am Elsenberg in Schermbeck-Damm gibt es am Dienstag einen besonderen Grund zum Feiern: Wolf-Dietrich Rienäcker wird 80 Jahre alt. Zu den ersten Gratulanten gehören die Kinder Johannes, Katrin und Christine sowie die sieben Enkelkinder.

Der gebürtige Jenaer erlebte in frühester Kindheit noch das Ende des Zweiten Weltkriegs mit und den Umzug der Familie nach Westdeutschland. Im sauerländischen Plettenberg blieb er mit seiner Mutter und seinen beiden Brüdern Klaus-Jürgen und Hans-Ulrich auch nach dem Tod des Vaters wohnen.

Nach dem Abitur am Plettenberger Gymnasium studierte Wolf-Dietrich Rienäcker nicht nur Pädagogik an der Pädagogischen Hochschule in Dortmund, sondern auch zeitweise parallel Theologie an der Kirchlichen Hochschule in Bethel, Göttingen, Münster und Bochum. Entsprechend doppelgleisig war sein weiterer beruflicher Werdegang. Rienäcker war Lehrer am mathematisch-naturwissenschaftlichen Gymnasium in Gladbeck und Vikar in Gladbeck.

1970 als Hilfspfarrer nach Holsterhausen

1970 wurde Rienäcker in Holsterhausen Hilfspfarrer der Evangelischen Martin Luther-Kirchengemeinde. Während seiner Dienstzeit gehörten zum Pfarrbezirk der Martin-Luther-Gemeinde auch zeitweise die Rhader und Erler Kirchengemeinden, sodass der Pfarrer regelmäßig pendeln musste.

Im Rahmen der Renovierung der Martin-Luther-Kirche hat Rienäcker künstlerische Spuren hinterlassen, die noch heute weithin sichtbar sind. Die Fenster hat er mitgestaltet. In seine Amtszeit fielen auch der Bau des Gemeinde- und Jugendzentrums an der Heinrichstraße und der Bau des Gemeindehauses in Rhade. Als Pfarrer war Wolf-Dietrich Rienäcker zugleich sachkundiger Bürger in mehreren kommunalen Ausschüssen des Dorstener Stadtrates. 20 Jahre lang war er Scriba im Synodalvorstand des Kirchenkreises Gladbeck-Bottrop-Dorsten.

Als die Martin-Luther-Gemeinde im Jahre 1993 ihr 70-jähriges Bestehen der Kirche feierte, erstellte Pfarrer Rienäcker eine Festschrift und legte dabei zugleich den Grundstein für den Ökumenischen Geschichtskreis Holsterhausen, dessen Arbeit er intensiv unterstützte.

Städtepartnerschaft gepflegt

Ein besonderes ehrenamtliches Engagement widmete Rienäcker der Pflege der im Jahre 1950 begonnenen Partnerschaft zwischen Dorsten und der nordirischen Stadt Newtownabbey. Bereits im ersten Jahr seiner Tätigkeit als gewählter Pfarrer in Holsterhausen nahm Rienäcker an einer Gemeindefahrt nach Nordirland teil.

Sein langjähriger Einsatz für die Partnerschaft, der über den Eintritt in den Ruhestand im Jahre 2001 und den Umzug nach Schermbeck-Damm hinausreichte, führte im Jahre 2008 dazu, dass er als erster Deutscher und sogar als erster Ausländer vom Stadtrat in Newtownabbey zum „Freeman of the Borough“ gewählt wurde.

Mit dieser Art Ehrenbürgerschaft bedankten sich die nordirischen Partner auch für das Zustandekommen der Städtepartnerschaft im Jahre 1988 und für das Festhalten an der Partnerschaft in jenen Jahren, als in Nordirland politisch unruhige Zeiten registriert wurden. Sein Porträt mit goldener Medaille auf schwarzer „Freeman-Robe“ hängt auf ewig in der „Ehren-Galerie“ des Rathauses von Newtownabbey.

Iren kommen auch heute noch zu Besuch

Auch im Ruhestand blieb Rienäcker noch länger als ein halbes Jahrzehnt Vorsitzender des Freundeskreises. Regelmäßig fuhr er mit seiner Frau Anne nach Nordirland. Noch heute kommen die Gäste aus Newtownabbey während ihres Aufenthaltes in Dorsten gerne zu einem Besuch nach Damm. Im vergangenen Jahr fuhr Rienäcker zur Partnerstadt, um an der Verabschiedung des Pfarrers der Partnergemeinde teilzunehmen.

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Freier Mitarbeiter
Im Verlauf von mehr als vier Jahrzehnten habe ich das Zusammenwachsen von acht ehemals selbstständigen Gemeinden miterlebt, die 1975 zur Großgemeinde Schermbeck zusammengefügt wurden. Damals wie heute bemühe ich mich zu zeigen, wie vielfältig das Leben in meinem Heimatort Schermbeck ist.
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Helmut Scheffler

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