Von Holsterhausen zu Fuß nach Dorsten zu den Patienten im Hansa-Seniorenzentrum: Elena Vennhoff, Pflegedienstleiterin Petra Poberitz und Mandy Wolff (v.l.) wanderten warm verpackt nach Dorsten. © privat
Wintereinbruch

Pflegekräfte gerieten ins Schleudern oder ließen Autos links liegen

Die Dorstener Pflegedienste wussten, was ihnen bevorsteht: Berge von Schnee. Einige Pflegekräfte blieben am Montag liegen. Andere bestanden sportliche Belastungstests.

In Dorsten und Umgebung gibt es 78 ambulante Pflegedienste. Die Pflegekräfte stehen unter starken Belastungsproben wegen der turbulenten Winterverhältnisse. Einige schafften es am Montag trotz großen Engagements nicht, sich zu ihren Patienten durchzukämpfen. Wir haben eine kleine Blitzumfrage gemacht.

Pflegedienstleiterin Petra Poberitz vom Hansa Ambulanten Pflegedienst am Westwall in Dorsten nahm die sportliche Herausforderung zusammen mit ihren Kolleginnen Mandy Wolff und Elena Vennhoff an: „Wir sind von Holsterhausen aus zu Fuß nach Dorsten durch den Schnee gewandert und gut aufgewärmt und topfit im Hansa-Zentrum angekommen“, sagt Poberitz.

An eine Autofahrt zur Arbeit sei am Montagmorgen wegen der Straßenverhältnisse nicht zu denken gewesen. „Und die Busse fuhren ja auch nicht.“ Also hätten sich die drei im Morgengrauen warm eingemummt zu Fuß auf den Weg zur Arbeit gemacht. Die Hausbewohner hätten sich Sorgen um sie gemacht, sich aber gefreut, dass „wir wohlbehalten angekommen sind“. Das gelang leider nicht allen Pflegekräften.

Trotz vorsichtiger Fahrweise im Graben gelandet

Einige landeten mit ihren Autos trotz vorschriftsmäßiger Winterausstattung und vorsichtiger Fahrweise im Straßengraben oder in der nächsten Schneewehe: „Ich habe mitgeholfen, die Autos wieder auf die Straße zurückzuschieben“, sagt uns Knut van der Wurp auf Anfrage. Der Leiter des gleichnamigen Ambulanten Pflegedienstes berichtet, dass seine Pflegekräfte ganz schön ins Schleudern geraten seien.

„Mit vereinten Kräften haben wir das aber hinbekommen, dass unsere Patienten versorgt werden konnten. Das sage ich mit stolzgeschwellter Brust“, so van der Wurp. Seine 36 Pflegekräfte versorgen immerhin 260 Senioren in Dorsten, Lembeck, Schermbeck und Holsterhausen – das sind unter jetzigen Wetterbedingungen schwierige Wege.

Das Beste gegeben, aber nicht alle erreicht

In Lembeck hat der PUG Pflege- und Gesundheitsdienst ebenfalls sein Bestes gegeben. Alles sei aber nicht drin gewesen: „Wir haben telefonisch Termine verlegt oder auch Angehörige gebeten, zu übernehmen.“ Das habe gut geklappt. „Patienten oder Angehörigen reagierten verständnisvoll.“

„Wir haben unser Möglichstes gegeben, es aber nicht überall hin geschafft“, berichtet die Ambulante Altenpflege und Krankenpflege in Dorsten. Eine Fahrt nach Schermbeck habe eine Pflegekraft abbrechen müssen. Bei einigen Terminen habe man von vornherein umdisponiert. Bei Fahrten sei hinzugekommen, dass die Autos nach Patientenbesuchen wieder komplett zugeschneit waren: „Nette Nachbarn haben die Wagen wieder freigeschaufelt.“

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Redaktion Dorsten
Seit 20 Jahren als Lokalredakteurin in Dorsten tätig. Immer ein offenes Ohr für die Menschen in dieser Stadt, die nicht meine Geburtsstadt ist. Das ist Essen. Ehefrau, dreifache Mutter, zweifache Oma. Konfliktfähig und meinungsfreudig. Wichtige Kriterien für meine Arbeit als Lokalreporterin. Das kommt nicht immer gut an. Muss es auch nicht. Die Leser und ihre Anliegen sind mir wichtig.
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Claudia Engel

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