Ein alltägliches Phänomen: Eine Autofahrerin stellt an ihrem geparkten Fahrzeug Kratzspuren oder Dellen fest und ruft die Polizei zur Hilfe. Der Unfallfahrer ist auf und davon. (Symbolbild) © picture alliance/dpa/dpa-tmn
Polizeistatistik

Phänomen Unfallflucht: Dorstener hauen nach einem Bums gerne ab

Unfallflucht ist eine Straftat. Trotzdem hauen viele Fahrer ab, wenn sie andere Fahrzeuge beschädigt haben. In 2021 zeichnet sich ein negativer Trend erneut ab.

Die Corona-Pandemie piesackt uns alle, hatte im Lockdown aber auch etwas Gutes: Die Zahl der Unfallfluchten hat 2020 nach einem stetigen Anstieg in den Vorjahren wieder abgenommen. Kein Wunder: Viele Autofahrer blieben zu Hause, auf Parkplätzen war weniger Betrieb. So meldet die Polizei für Dorsten 433 Unfallfluchten, das waren 54 weniger als im Vorjahr. Bei Unfallfluchten mit Verletzten war die Tendenz ebenfalls absteigend: Sechs Unfälle weniger bei einer Gesamtzahl von 14.

Autofahrer knüpfen an alte Gewohnheiten an

Einiges deutet jetzt schon darauf hin, dass Autofahrer 2021 wieder an alte Gewohnheiten anknüpfen und bei den Zahlen nach dem Lockdown-Jahr wieder draufsatteln. Das treibt vor allem den Geschädigten die Tränen in die Augen. Allein in Dorsten wurden am Wochenende drei Unfallfluchten gemeldet. Alle Schäden beliefen sich auf wenigsten mehrere Hundert Euro, häufig ist die Beseitigung von Kratzern und Dellen an den Autos aber weitaus kostspieliger.

So wurde zwischen Freitag und Sonntag ein schwarzer Tiguan auf dem Parkdeck am Atlantis erheblich beschädigt. Der Unfallfahrer hinterließ lediglich Lackspuren seines Fahrzeuges. Allerdings hatte sich eine aufmerksame Zeugin sein Kennzeichen notiert. Ein zweiter Unfall passierte am Samstagvormittag im Parkhaus am Platz der Deutschen Einheit. Der Wagen einer 73-Jährigen wurde erheblich lädiert. Der dritte Unfall ereignete sich am Samstagvormittag auf einem Parkplatz vor dem Ärztehaus am Südwall. Auch hier beläuft sich der Schaden mutmaßlich auf 1.500 Euro.

Die Polizei-Pressestelle in Recklinghausen veröffentlicht regelmäßig Berichte von Verkehrsunfallfluchten und bittet die Mitbürger um ihre Hilfe, um flüchtige Fahrer doch noch zu erwischen. „Die Aufklärungsquote liegt bei 40 Prozent, bei den Unfallfluchten mit Verletzten sogar bei 60 Prozent“, sagt die Polizei. Fahrern drohen empfindliche Strafen, wenn sie sich nach einer Karambolage aus dem Staub machen. Sie haben eine Straftat begangen. Werden sie ermittelt, ist der Führerschein weg. Außerdem gibt es in jedem Fall ein Strafverfahren.

2020 erfolgte der Corona-Knick in der Kurve

In Dorsten gab es im Juli einen besonders spektakulären Fall von Unfallflucht: Rund 45.000 Euro richtete ein Fahrer bei einer Karambolage in der Nacht zum 8. Juli auf der Barkenberger Allee an. Der Fahrer hinterließ an der Unfallstelle aber eine einwandfreie Visitenkarte: seinen Wagen. Der war nicht mehr fahrbereit. Ob er mit der faulen Ausrede davonkommt, er sei nicht gefahren? „Wir haben Möglichkeiten, den Fahrer einwandfrei zu identifizieren“, sagt Polizeisprecher Andreas Lesch auf Anfrage.

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Redaktion Dorsten
Seit 20 Jahren als Lokalredakteurin in Dorsten tätig. Immer ein offenes Ohr für die Menschen in dieser Stadt, die nicht meine Geburtsstadt ist. Das ist Essen. Ehefrau, dreifache Mutter, zweifache Oma. Konfliktfähig und meinungsfreudig. Wichtige Kriterien für meine Arbeit als Lokalreporterin. Das kommt nicht immer gut an. Muss es auch nicht. Die Leser und ihre Anliegen sind mir wichtig.
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Claudia Engel

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