Dr. Anna Mitchell impft sowohl Erwachsene als auch Kinder und Jugendliche. Die Resonanz sei zurzeit aber noch nicht so hoch, erzählt sie. © Michael Klein
Corona-Impfung

Pieks für Teenies: Wo können sich Dorstener Jugendliche impfen lassen?

Die Corona-Impfung wird für Kinder und Jugendliche bereits seit einem Monat empfohlen. Noch bekommen die Zwölf- bis 17-Jährigen das Vakzin in den Impfzentren. Welche Ärzte impfen sie aber in Dorsten?

Die ständige Impfkommission (Stiko) empfahl die Corona-Impfung für Kinder und Jugendliche vor knapp einem Monat. Seitdem können sich Zwölf- bis 17-Jährige in den Impfzentren in NRW impfen lassen. Aber nur noch bis zum Ende des Monats. Am 30. September werden die 53 Impfzentren in NRW nämlich geschlossen. „Dann wird mein Kind ja vom Kinderarzt geimpft“, dachte sich Corinna Domnik. Die Dorstenerin musste jedoch feststellen, dass das leichter gesagt als getan ist.

Nicht alle Kinderärzte impfen Kinder und Jugendliche

Vor einer Woche war sie mit ihrer 13-jährigen Tochter im Impfzentrum in Recklinghausen. Dort bekam die Teenagerin ihre Erstimpfung. Da dieses aber Ende des Monats schließt, bekommt sie die Zweitimpfung nur noch bei einem Haus- oder Kinder- und Jugendarzt. „Ich wollte dann gern den zweiten Termin bei einem Arzt hier in Dorsten vereinbaren, aber noch längst nicht alle Ärzte impfen Jugendliche“, erklärt die Mutter im Gespräch mit der Dorstener Zeitung.

Seit 1. Juli 2020 arbeitet in der Kinderarztpraxis am Südwall. Sie impft Kinder und Jugendliche gegen das Coronavirus.
Seit 1. Juli 2020 arbeitet Caterina Wehling in der Kinderarztpraxis am Südwall. Sie impft Kinder und Jugendliche gegen das Coronavirus. © Privat © Privat

Sie hat bei verschiedenen Kinderärztinnen und -ärzten angerufen und eine Absage nach der anderen bekommen. Aber wo bekommen Kinder und Jugendliche eine Corona-Impfung in Dorsten? Unter den zahlreichen Kinder- und Jugendärzten immunisiert zum Beispiel Dr. Caterina Wehling am Südwall 15. „Seit Ende August impfen wir ab 12 Jahren“, sagt sie.

Doch nicht nur Teenager können sich in ihrer Praxis impfen lassen. Sie immunisiert ebenfalls die Eltern ihrer Patientinnen und Patienten. „Dazu verwenden wir Biontech.“ Bis jetzt seien alle Impfwilligen zu ihren Terminen erschienen, sodass trotz großen logistischen Aufwands kein Vakzin weggeworfen werden musste. „Es gibt noch keine Einzeldosen, sodass wir sechs Personen pro Impfdosis brauchen.“ Um diesen Organisationsaufwand kümmere sich zurzeit eine Mitarbeiterin. „Dafür bin ich ihr sehr dankbar“, sagt die Kinder- und Jugendärztin. Übrigens können sich auch nicht hauseigene Patienten bei ihr impfen lassen.

Die Gemeinschaftspraxis Gabriela Marinova und Dr. Cecilia van Buer an der Wulfener Straße 34 impft ebenfalls seit mehreren Wochen gegen das Coronavirus. „Wir impfen ab 12 Jahren, aber so viele Patienten haben sich noch gar nicht bei uns gemeldet“, erklärt die Kinder- und Jugendärztin. Seit Anfang September gab es einen Tag, an dem in der Praxis Jugendliche geimpft wurde.

Hausärzte dürfen Teenies auch impfen

„Leider sind zu diesem Termin drei Patienten nicht erschienen. Das ist sehr schade, weil wir den übrig gebliebenen Impfstoff dann wegwerfen müssen“, erzählt die Kinder- und Jugendärztin. Die Gemeinschaftspraxis hat das Vakzin jedoch ausschließlich für die Teenager vorgesehen. Eltern impfen sie nicht.

Außerdem meint Gabriela Marinova: „Wenn die Stiko eine Impfempfehlung für die Fünf- bis Elfjährigen ausspricht, würden wir selbstverständlich und ohne Bedenken auch unsere Patienten in dieser Altersgruppe impfen. Wenn die Stiko eine Impfung empfiehlt, bedeutet das, dass die Vorteile der Impfung gegenüber dem Risiko von sehr seltenen Impfnebenwirkungen überwiegen.“

Argumente fürs Impfen der jüngeren Altersgruppen

Ihre weiteren Argumente fürs Impfen der jüngeren Altersgruppen: Aktuell steigt die Inzidenz vor allem unter den Jüngeren an. Auch wenn die meisten Kinder und Jugendlichen eine Corona-Erkrankung ohne schwere Symptome überstehen, sind doch einige von ihnen schwerer betroffen oder leiden unter Langzeitfolgen.

Je mehr jüngere Altersgruppen, die viele soziale Kontakte haben, geimpft sind, desto schlechter kann sich das Virus ausbreiten.

Wer sich oder sein Kind impfen lässt, schützt auch andere, die sich aus einem oder anderem Grund nicht impfen lassen können.

Die beiden Dorstener Kinderarztpraxen Dr. Eva Dziezok und Waldemar Meinzer wollten auf Anfrage der Redaktion kein Auskunft darüber geben, ob sie Kinder und Jugendliche impfen.

„Aber nicht nur Kinder und Jugendärztinnen und -ärzte dürfen 12- bis 17-Jährige impfen“, erläutert Lena Heimers, Pressesprecherin des Kreises Recklinghausen. Denn auch Hausärztinnen und -ärzte dürfen die jungen Impfwilligen immunisieren. „Wer die Erstimpfung im Impfzentrum Recklinghausen bekommt, bekommt auch ein Schreiben, in dem darüber informiert wird, wer in den einzelnen Kreisstädten Kinder und Jugendliche impft“, erklärt sie weiter.

Diese Liste können Interessierte online einsehen, indem sie ihre Postleitzahl eingeben. Von den vier aufgelisteten Ärztinnen und Ärzten hat auf Nachfrage der Redaktion nur Dr. Anna Mitchell reagiert. Sie impft sowohl Erwachsene als auch Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren. Impfwillige bis zu 18 Jahren müssen dabei einen Elternteil mitbringen.

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