Politiker hatten keine Zeit, das Spielplatz-Konzept zu lesen

Spielplätze

Ein Tag für 300 Seiten Spielflächenbedarfsplan - das war den Politikern im Jugendhilfeausschuss zu wenig Zeit. Einige von ihnen wollten daher vorerst keine Empfehlung zur Umsetzung geben.

Dorsten

, 08.11.2019, 15:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Politiker hatten keine Zeit, das Spielplatz-Konzept zu lesen

Die Spielplatz-Landschaft in Dorsten wird sich in den nächsten Jahren verändern. © Jennifer Uhlenbruch (A)

Eigentlich sollte in der Sitzung des Jugendhilfeausschusses am Donnerstag über den Spielflächenbedarfsplan diskutiert werden. Doch dafür hätten die Politiker das mehr als 300 Seiten umfassende Konzept erst einmal lesen müssen.

„Die Vorlage wurde erst einen Tag vor der Sitzung ins Internet gestellt. Ich weiß nicht, wie es den anderen geht, aber ich konnte das gesamte Konzept nicht innerhalb so kurzer Zeit lesen“, sagte Stephan Ricken (CDU) gleich zu Beginn der Ausschusssitzung. Die anderen Politiker stimmten ihm zu.

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Die Erste Beigeordnete Nina Laubenthal sowie Jugendamtsleiter Stefan Breuer zeigten sich überrascht. „Ich hatte gedacht, dass sie die Unterlagen schon viel eher bekommen haben und kann mich nur entschuldigen. So ist das in der Tat sehr kurzfristig“, so Laubenthal.

Beide warben jedoch trotzdem dafür, dass der Jugendhilfeausschuss einen Beratungsbeschluss fasst. „Wir würden gerne anfangen, damit zu arbeiten. Es war ein langer Weg und ich habe in den Stadtteilkonferenzen das Gefühl gehabt, dass sich die Empfehlungen des Konzepts mit denen der Bürger in den Stadtteilen weitestgehend decken“, sagte Breuer.

„Ich habe Sorge, dass das finanziell nicht klappt“

Für das Verfahren erntete die Verwaltung viel Lob vonseiten der Politiker, aber Stephan Ricken blieb kritisch: „Für mich gibt es da noch zu viel Wenn und Aber. Ich habe Sorge, dass das finanziell nicht klappt. Wir möchten uns lieber enthalten, dem Rat aber ein positives Signal geben.“ Damit spielte Ricken darauf an, dass durch die Spielplatzschließungen eigentlich Geld eingespart werden sollte, jedoch durch die höheren Aufwendungen für die verbleibenden Flächen mit beträchtlichen Mehrkosten gerechnet werden muss. Auch die Grünen enthielten sich, signalisierten aber eine Zustimmung im Rat.

Dirk Schlenke (CDU), Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses, gab zu bedenken, dass über die Mittelbereitstellung im Rat entschieden werde: „Die Finanzierung des Konzeptes ist nicht unser Thema hier.“ Und so wurde der Beratungsbeschluss bei sechs Enthaltungen gefasst. Jetzt muss sich der Rat am 27. November (Mittwoch) um 17 Uhr mit dem Konzept befassen und eine Entscheidung fällen.

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