Polizist warnt: Radfahrer leben gefährlich

Interview

Viele von ihnen fahren kreuz und quer und finden gar nichts Schlimmes dabei: Radfahrer. Der Verkehrssicherheitsberater Ralf Beckmann erklärt Wiebke Plöger, warum das für sie sehr gefährlich ist.

DORSTEN

von Von Wiebke Plöger

, 08.03.2011, 16:04 Uhr / Lesedauer: 1 min
Polizeioberkommissar Ralf Beckmann ist seit sechs Jahren Verkehrssicherheitsbeamter in Dorsten.

Polizeioberkommissar Ralf Beckmann ist seit sechs Jahren Verkehrssicherheitsbeamter in Dorsten.

Er ist auf dem Bürgersteig gefahren und hat eine Frau mit Kinderwagen zur Seite gedrängt. So etwas beobachte ich immer wieder. Das ist sehr rücksichtslos.

Ein Problem ist auch das Verhalten von Radfahrern am Zebrastreifen. Fußgänger haben dort Vorrang – Radfahrer nicht. Sie fahren aber trotzdem einfach darüber und zwingen die Autos zum Stehen bleiben. Die meisten fahren kreuz und quer.

Diese Menschen leben sehr gefährlich. Und sie geben ein schlechtes Beispiel für Kinder. Bei der Verkehrserziehung in der vierten Klasse bringt man den Kindern alles richtig bei und dann sehen sie ständig, dass sich kaum einer dran hält.

Ich halte sie an und verwarne sie.

Viele sind einsichtig und geben zu, dass sie es eigentlich besser wissen. Aber einige gebärden sich rechthaberisch und fragen erstmal „Was wollen Sie von mir?“

Meistens ja. Ein Bußgeld für Radfahrer ist extrem aufwendig, da viele keine Papiere dabei haben. Das nimmt viel Zeit in Anspruch. Und ich bin meistens mit Schulkindern unterwegs.

Das ist sehr harsch ausgedrückt. Wenn ich mit Kindern unterwegs bin, muss ich Prioritäten setzen. Im Rahmen meiner Möglichkeiten schreite ich ein.

Schon. In den Ferien fahren wir Berater auch Fahrradstreife. Das erfordert aber eine gewisse Absprache. Es gibt sechs Räder für zwölf Berater der Kreispolizei.  

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