Schüler nach Schützenfest verprügelt und ausgeraubt: Zwei Wulfener verurteilt

mlzGerichtsprozess

Auf dem Heimweg vom Besuch des Rhader Schützenfestes sind zwei Schüler verprügelt und beraubt worden. Jetzt wurden zwei junge Männer für diese Tat verurteilt.

Dorsten

, 17.12.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Diesen Schützenfestbesuch in Rhade im Juli des vergangenen Jahres werden die beiden 17-jährigen aus Dorsten sicherlich nicht so schnell vergessen - denn er endete äußerst schmerzhaft für die zwei Schüler: Auf dem Nachhauseweg, ungefähr 200 bis 300 Meter vom Festplatz entfernt, wurde einer der beiden um sein teures Smartphone erleichtert, anschließend bekamen die Schüler Prügel.

Zwei Wulfener angeklagt

Vor dem Dorstener Jugendschöffengericht wurde am Montag den Tätern der Prozess gemacht. Auf der Anklagebank: zwei junge Männer aus Wulfen, 19 und 21 Jahre alt, der eine hat nach eigenen Angaben bald ein Bewerbungsgespräch bei der Bundeswehr, der andere macht eine Ausbildung zum Kraftfahrer. Auch sie waren an dem Abend bis nach 23 Uhr auf dem Schützenfest und hätten auf dem Weg zum Auto die beiden Schüler in die Straße einbiegen sehen, erzählten sie.

Umfassendes Geständnis

Der 19-jährige Angeklagte räumte umfassend ein, was dann geschah. „Ich war sauer, dass ich selbst kein Handy hatte, deshalb wollte ich eins abziehen“, erklärte er. Und da kamen die beiden Schüler gerade recht.

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Der 19-Jährige gab vor, lediglich telefonieren zu wollen. Während der eine Schüler sagte, er haben kein Guthaben mehr, rückte sein Freund sein teures Smartphone (Neuwert: 700 Euro) heraus - und zum Dank dafür schlug ihm der 19-Jährige so heftig auf die Lippe, dass sein Opfer zu Boden ging. Noch heute ist bei dem Geschädigten eine Narbe zu sehen.

Im Maisfeld versteckt

Dann gab der Angeklagte dem anderen Jungen einen Schlag auf das Ohr. Nachdem die beiden Täter geflüchtet waren, versteckten sich die Schüler aus Angst in einem Maisfeld und riefen von dort aus die Polizei.

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Der 19-Jährige Täter verkaufte das Smartphone später für 100 Euro. Wegen Raubes und Körperverletzung wurde er zu 30 Tagen Dauerrarrest verurteilt. Sein 21-Jähriger Kollege, der die ganze Zeit nur dabei stand, bekam wegen Beihilfe eine Freizeitarrest aufgebrummt. Beide müssen jeweils 60 Stunden Arbeitsstunden ableisten, außerdem zusammen 300 Euro Schadensersatz abstottern.

Schlägerei in Schermbeck

Dem 19-Jährigen wurde aber noch ein weiteres Vergehen vorgeworfen: Er soll im März 2018 mit einem Marler Freund an einer Schlägerei an einer Bushaltestelle an der Weseler Straße mitgewirkt haben. Hintergrund war ein Streit um ein Mädchen. Ein Koch-Azubi ging dabei zu Boden und wurde dann von dem Freund des Angeklagten (der dafür bereits verurteilt worden ist) getreten.

Verfahren eingstellt

Der 19-Jährige sagte aus, er habe den Streit nur schlichten wollen, sich dann aber wehren müssen. Da die geladenen Zeugen, das Opfer und der Mittäter aber widersprüchliche oder keine Angaben machen konnten (oder wollten), wurde dieser Anklagepunkt eingestellt.

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