Rauch-Verbot: Viel Qualm um nichts

DORSTEN Rauchsignale über der Stadt! Aber dahinter stecken womöglich keine befreundeten Apatschen-Stämme, sondern neue Raucher-Klubs, die ihre Gründung vorbereiten und schon mal versuchsweise Ringe gen Himmel blasen.

von Von Klaus-Dieter Krause

, 10.07.2008, 10:16 Uhr / Lesedauer: 1 min
Rauch-Verbot: Viel Qualm um nichts

In drei Gaststätten, zwei in der Innenstadt, eine in Holsterhausen, qualmt derzeit auch der Schädel der Organisatoren: Wie können sie die angestrebte Umwidmung zum Raucher-Club hinbekommen und so gewährleisten, dass in ihren Wänden trotz des gesetzlichen Rauchverbots weiter Tabak konsumiert werden darf?

„Dazu ist keine förmliche Eintragung im Vereinsregister nötig und auch keine Vorstandswahl“, erläutert Robert Eppink vom Ordnungsamt der Stadt, „gewisse Vereins-Strukturen müssen allerdings gegeben sein.“ So sollten Sinn und Zweck des Vereins schriftlich niedergelegt und Listen mit Namen und Anschriften der Mitglieder geführt werden.

Keine Anmeldepflicht

Anmeldepflicht bestehe dagegen nicht: „Wir wären aber dankbar, wenn wir vorab über solche Absichten informiert werden“, führt Eppink aus, „dann können wir gleich richtig reagieren, falls doch einmal Beschwerden von Bürgern eingehen sollten.“

Bislang sind Anrufe wegen Verstößen gegen das Rauchverbot ausgeblieben. „Nicht ein Gaststätten-Besucher hat sich bei uns beklagt“, wertet Eppink dies als Anzeichen für eine friedliche Koexistenz und die weitgehend reibungslose Umsetzung der Gesetzgebung in Dorsten.

Überprüfungen nach einer Schonfrist

Das Ordnungsamt werde in der Umstellungsphase noch keine unaufgeforderten Kontrollen durchführen. Nach Ablauf einer gewissen Schonfrist soll es aber stichprobenartige Überprüfungen geben: „Da es um Gesundheits-Schutz geht, sind wir dazu verpflichtet.“

Kontrolleure wie die Nichtraucher unter den Gaststätten-Besuchern werden dann darauf achten, ob eine durchkreuzte Zigarette im Eingangsbereich ein rauchfreies Lokal verheißt. Fehlt dieses Symbol, dürfte es sich künftig um einen Raucher-Club handeln - und dann lauert hinter der Tür vielleicht ein fideler Gastwirt, der dem Besucher erstmal eine Havanna ansteckt...

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