Überall, wo Maskenpflicht in der Stadt herrscht, gilt Rauchverbot und es gibt Beschränkungen für das Essen und Trinken. © Claudia Engel
Coronavirus

Rauchverbot gilt in allen Einkaufszonen mit Maskenpflicht

Die aktuellen Corona-Auflagen sorgen in Dorsten in sozialen Netzwerken für Kontroversen. Denn auch beim Rauchen, Essen und Trinken in Einkaufszonen gibt es Verbote und Beschränkungen.

Dieser Eintrag in der öffentlichen Facebook-Gruppe „Du bist aus Dorsten, wenn …“ mit ihren gut 3.000 Mitgliedern erregte in den vergangenen Tagen die Gemüter: „Jetzt wird einem das Rauchen auch noch verboten. Seit Montag Rauchverbot in der Innenstadt“, postete ein Gruppen-Mitglied – und sorgte damit für kontroverse Diskussionen.

Die einen schreiben: „Die haben doch nicht alle Tassen im Schrank“, „Die können doch nicht alles verbieten“ oder „Ich werde weiter rauchen“. Andere meinen: „Mich schränkt das auch ein, aber ich versuche, andere zu schützen“, „Es gibt Schlimmeres, als mal eine Zeit aufs Rauchen zu verzichten“ oder „Gut so, dann liegen die ganzen Kippen nicht mehr auf dem Pflaster“.

Maske unter dem Kinn

Rauchen: ja oder nein? Und auch Essen oder Trinken: ja oder nein? Wer in diesen Tagen durch die Innenstadt schlendert, der sieht immer mal wieder Mitbürger, die ihre Maske unter dem Kinn tragen, um in ein Brötchen zu beißen, aus einer Flasche oder einem Becher zu trinken oder um eine Zigarette zu rauchen. Was ist rechtens, was nicht?

„Zum Thema Rauchen gibt es eine klare Aussage des Ministeriums“, erklärt Stadtpressesprecher Ludger Böhne. Und zwar: In Einkaufszonen und allen anderen Bereichen mit Corona-bedingter Maskenpflicht (und damit auch vor Supermärkten, Discountern und auf deren Zuwegungen und Parkplätzen) gelte: Rauchen nicht erlaubt.

„Mit der Allgemeinverfügung des Kreises – erlassen, nachdem kreisweit der 7-Tage-Inzidenzwert von 50 überschritten wurde – wurde die Maskenpflicht in Innenstädten angeordnet“, so Böhne. Die aktuell geltende Corona-Schutzverordnung sagt: Die Alltagsmaske könne vorübergehend nur dann abgelegt werden, wenn das zur Ermöglichung einer Dienstleistung oder ärztlichen Behandlung, auf behördliche oder richterliche Anordnung oder aus anderen Gründen erforderlich ist.“

In Seitenstraßen möglich

„Rauchen ist also nicht notwendig und ein Ausweichen in Seitenstraßen ohne Maskenpflicht ist in der gesamten Innenstadt möglich und zumutbar“, so Böhne.

Anders sei dies beim Essen und Trinken. Denn die Corona-Schutzverordnung erlaubt die „notwendige Einnahme von Speisen und Getränken“.

Überall, wo Maskenpflicht herrscht, gilt ein Rauchverbot (auch auf Parkplätzen und Wegen vor Supermärkten, wie hier in der Händelstraße).
Überall, wo Maskenpflicht herrscht, gilt ein Rauchverbot (auch auf Parkplätzen und Wegen vor Supermärkten, wie hier in der Händelstraße). © Michael Klein © Michael Klein

Aber: „Bei der zulässigen Aufnahme von Speisen ist immer darauf zu achten, dass die Maskenpflicht nicht unabsichtlich oder mutwillig unterlaufen wird.“ Das Ministerium habe betont, dass „angemessene Zeiten der Nahrungsaufnahme zum vorübergehenden Ablegen der Maske berechtigen.“

Schnelle Pommes geht

Übersetzt heißt das wohl: Wer mal schnell eine Pommes von der Imbiss-Bude isst, der darf das. Andersrum: „Hält sich ein Passant bei einem anderthalbstündigen Bummel an einem halben Brötchen fest, wird man kaum von ‚notwendiger Nahrungsaufnahme‘ oder ‚angemessener Zeit‘ sprechen können“, so Böhne.

Er betont: Laut Schutzverordnung ist der Verzehr von Speisen im Umkreis von 50 Metern um die Ausgabestelle unzulässig. Auch hier die Empfehlung, zum Essen in schwach frequentierte Seitenstraßen auszuweichen.

Beim Absetzen der Maske zur Nahrungsaufnahme komme der Einhaltung von Mindestabständen größte Bedeutung zu. An stark frequentierten Stellen (Böhne nennt die gerne genutzten Bänke am Wallgraben als Beispiel) könne es schon mal enger werden.

Maske beim Kauen

„Wenn jemand an einer solchen Stelle partout sein Essen zu sich nehmen möchte, kann es auch geboten sein, nach jedem Bissen und während des Kauens die Maske wieder hochzuziehen – damit Menschen im Umfeld keinem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt werden.“ Bei ausreichendem Mindestabstand sei das nicht erforderlich.

Nötig sei immer eine Einzelfallbetrachtung, so Böhne: „Da die Stadt auf Information und Ansprache setzt, versuchen die Mitarbeiter des Ordnungsamtes immer, die Bürger vom bestmöglichen solidarischen Infektionsschutz für andere zu überzeugen.“

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Geboren 1961 in Dorsten. Hier auch aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach erfolgreich abgebrochenem Studium in Münster und Marburg und lang-jährigem Aufenthalt in der Wahlheimat Bochum nach Dorsten zurückgekehrt. Jazz-Fan mit großem Interesse an kulturellen Themen und an der Stadtentwicklung Dorstens.
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Michael Klein

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