Polizei nimmt organisierte Autodiebe hoch - Razzia auch in Wulfen

mlzPolizeieinsatz

Ein Großaufgebot der Polizei hat am Montagmorgen zwei Firmen für Autoverwertung in Wulfen durchsucht. Die Razzia war Teil einer vorbereiteten Aktion in NRW und Rheinland-Pfalz.

Wulfen

, 21.09.2020, 08:49 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mehr als zwei Dutzend Einsatzfahrzeuge der Polizei standen seit 6 Uhr im Gewerbegebiet an der Wienbachstraße in Wulfen. Ziel der Razzia waren zwei Firmen für Autoverwertung. Nach Polizeiangaben wurden zeitgleich auch Objekte im Oberbergischen Kreis, Windeck (Rhein-Sieg-Kreis), Bielefeld, Essen, Düsseldorf sowie ein Firmengelände in Rheinland-Pfalz durchsucht.

„Hintergrund der Ermittlungen ist eine Serie von gewerbsmäßig organisierten Autodiebstählen, deren Tatorte sich überwiegend in NRW und Rheinland-Pfalz befinden“, sagte der Sprecher der Polizei im Oberbergischen Kreis, Michael Tietze. Sie hat in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Bonn die Ermittlungen geführt und legt den Tatverdächtigen allein im Oberbergischen Kreis über 20 Autodiebstähle zur Last.

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Razzia bei Autoverwertern

Nach ersten Ergebnissen sind von der Polizei eine Reihe von gestohlenen Fahrzeugteilen aufgefunden und sichergestellt worden. Allein in einer Halle, die der Tätergruppe nach bisherigen Kenntnissen zum Zerlegen der gestohlenen Autos diente, fanden die Einsatzkräfte etwa 20 Motoren, bei denen es sich vermutlich um Diebesgut handelt.

Gestohlene Autos zerlegt und Einzelteile verkauft

„Die gestohlenen Wagen wurden nach bisherigen Erkenntnissen in Einzelteile zerlegt und verkauft“, so Tietze. Welche Rolle die beiden Händler in Wulfen dabei spielten, ist noch unklar. Die Polizei hat insgesamt acht Personen festgenommen, gegen die zum Teil im Vorfeld Haftbefehle erwirkt worden waren.

Razzia in Wulfen

Nicht alle Einsatzkräfte trugen Uniform. © Guido Bludau

Die Betreiber der beiden Unternehmen an der Wienbachstraße stammen laut Firmennamen aus dem Kosovo und aus dem arabischen Raum. Vor den Betrieben stehen augenscheinlich viele hochwertige, aber schon ältere Fahrzeuge mit Kennzeichen aus Großbritannien. Auf dem Gelände selbst sind Schrottautos meterhoch gestapelt, teilweise mit Unfallschaden oder auch Brandschäden.

Weitere Informationen nicht vor Donnerstag

Nachbarn eines Betriebes hatten sich in der Vergangenheit mehrfach hinter vorgehaltener Hand über die Zustände auf dem Firmengelände beschwert, wollten aber nicht an die Öffentlichkeit gehen.

„Weitergehende Informationen zu dem Strafverfahren können zurzeit noch nicht veröffentlicht werden, da zunächst die Auswertung der sich aus den heutigen Maßnahmen ergebenden Erkenntnisse erfolgen muss.“, sagte der Polizeisprecher. Möglicherweise am kommenden Donnerstag könne es weitere Details zu den Razzien geben.

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