Regenponchos setzen Trend

Holsterhausen Der mitleidige Kommentar des Parkplatzanweisers macht mich schon etwas stutzig: "Super Schuhwerk!" Mein Blick schweift von meinen etwas optimistischen Sommer-Sneakern auf die komplett unter Wasser stehende Sandkuhle. Pech gehabt!

30.09.2007, 19:56 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Gegensatz zu mir hatten sich alle anderen Besucher des "Driver's Grand-Prix" der Baumaschinen-Firma New Holland am Samstag den Witterungsbedingungen angepasst. Wenig modische, aber angesichts der Schlamm-Massen extrem praktische Gummistiefel in knallgelb sowie Regen-Ponchos lagen voll im Trend. Echte Profis halt.

Und die brauchte es auch, denn die kniffligen Aufgaben, die auf die Baumaschinen-Spezialisten in der Sandgrube warteten, hatten es in sich: Zentimetergenaues Ausheben einer Grube, Parcoursfahren, Beladen eines Radladers nach strenger Vorgabe des Weges - und das alles auf Zeit. Doch nicht nur die großen Bagger und Sandmengen mussten bewegt werden, auch ein ruhiges Händchen war gefragt. Beim Einführen eines an der Schaufel des Kleinbaggers angebrachten Stiftes in vier Schmale Röhren verzweifelten auch gestandene Profis.

Bei dieser Station durften auch die Amateure mal ran. So wie Ulrike und Johannes. Die beiden Maschinenbau-Studenten waren extra aus Erkenschwick gekommen, um ein wenig "Bob der Baumeister" spielen zu dürfen. "Ich sitze zum ersten Mal in einem so großen Bagger. Aber so schwer ist das gar nicht. Naja, ich spiele ja eigentlich auch nur ein wenig mit dem Sand", urteilte Ulrike. Ihr Freund Johannes hätte am liebsten den ganzen Tag im großen Schaufelbagger verbracht: "Geh schon mal essen", riet er seiner Freundin. "Ich komme später nach." Da wurden Kinderträume wahr.

Internationaler Vergleich

Trotz intensiven Trainings wird es Johannes wohl dennoch nicht so weit gebracht haben wie die echten Experten. Insgesamt 50 Anmeldungen professioneller Maschinisten aus dem ganzen Ruhrgebiet hatte Organisator Daniel von Ritter für den Samstag vorliegen. Dorsten war nach Berlin und München die dritte Station des "Driver's Grand-Prix" in Deutschland. Die besten Starter der Einzeldisziplinen und der Gesamtwertung reisen am 13. Oktober nach Italien, wo sich die besten Baggerfahrer Europas zum großen Finale treffen.

Den Siegern winken VIP-Tickets für das Formel1-Rennen in Imola. Dann müssen die Gummistiefel allerdings im Schrank bleiben, denn dort liegt knallgelb momentan gar nicht im Trend. gg

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