Rentner aus Rhade fällt nicht auf „Enkeltrick“ herein - und ärgert sich trotzdem

mlzTrickbetrüger

Ein Rentner aus Rhade ist einer Trickbetrügerin nicht auf den Leim gegangen. Er beendete das Telefonat rechtzeitig, doch dann ärgerte er sich, dass er nicht noch anders reagiert hat.

Rhade

, 13.01.2020, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die unbekannte Anruferin meldete sich mit dem Namen „Andrea“ und gab sich als seine Nichte aus. Diese Nichte gibt es wirklich und sie heißt tatsächlich Andrea. Doch als die angebliche Verwandte plötzlich Geld wollte, war dem Rentner die Sache nicht mehr geheuer.

„Wir müssen etwas Wichtiges besprechen“

„Die Stimme klang etwas anders, aber dabei habe ich mir zunächst nichts gedacht“, sagt der Rentner aus Rhade, der seinen Namen nicht veröffentlicht haben möchte. Die Anruferin verwickelte ihn geschickt in ein Gespräch. Sie sei gerade in Dorsten, behauptete sie, und wolle mit einem Stück Kuchen vorbeikommen, um „etwas Wichtiges zu besprechen“.

Auch das hielt der alleinstehende ältere Herr noch für glaubwürdig. Denn die richtige Andrea, die in Wesel lebt, hat tatsächlich Verwandte in Dorsten. Doch dann kam die Frau nach einigen Nachfragen zur Sache.

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Geld wollte sie, meinte sie angeblich verzweifelt. 20.000 Euro am liebsten, als Anzahlung für eine schöne Eigentumswohnung. „Leider wurde ein Scheck nicht angenommen. Das Geld bekommst du garantiert zurück“, bat sie den Onkel um kurzfristige Hilfe. Doch der blieb standhaft: „Nein, das geht nicht“, sagte er und beendete kurz darauf das Telefonat.

Ein Anruf brachte die Gewissheit

Dass er mit einer Betrügerin gesprochen hatte, die sich offenbar auf den sogenannten „Enkeltrick“ spezialisiert hat, ahnte er zu diesem Zeitpunkt bereits. Gewissheit hatte der Rhader, als er seine richtige Nichte kontaktierte. „Sie hatte überhaupt nicht angerufen.“ In die Erleichterung, nicht auf den Trick hereingefallen zu sein, mischte sich allerdings schnell Ärger: „Ich hätte die Frau kommen lassen“, meinte er später, „und die Polizei alarmieren sollen, dann wäre sie auf frischer Tat ertappt worden.“

Aber ist das nicht zu gefährlich?

Fakt ist: Der Mann hat vieles richtig gemacht. Denn immer wieder fallen ältere Menschen auf den „Enkeltrick“ herein, den es in unterschiedlichen Varianten gibt. Im November 2018 beispielsweise hat eine Frau aus Lembeck ihr Bargeld sogar aus dem Fenster geworfen wegen einer angeblichen Falschgeld-Warnung der Polizei.

Niemals den Helden spielen

Die richtige Polizei empfiehlt, auf Geldforderungen oder -wünsche am Telefon niemals einzugehen und Unbekannte nicht in die Wohnung zu lassen. Auch sollte niemand den Helden spielen und versuchen, den Betrügern eine Falle zu stellen. Meisten seien solche Betrüger nicht alleine.

Es sei völlig ausreichend, sich Details zu merken, das Gespräch zu beenden und die Polizei zu informieren. Weitere Tipps gibt es hier.

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